Leserbrief

Mehr digitale Abhängigkeiten

Zum Thema Datenklau:

Jeden Tag verbreiten sich Erfolgsmeldungen aus der digitalen Welt, die uns das Leben so viel einfacher macht: „Online Einkaufen.“ „Bald kann man sein Auto von zu Hause aus an- oder ummelden.“ „Das Rathaus Daheim.“ „Bewerbungen nur noch online.“ „Zahlen mit Smartphone und QR-Code statt mit Bargeld oder Karte.“ „Wird das Bargeld gänzlich abgeschafft?“ „ELSTER – die Steuererklärung online.“

Schön, für den, der das mag. Aber leider bleibt es dabei nicht. Es gibt schon Behörden, bei denen darf man auf herkömmlichem Weg, das heißt, per Papier oder Brief, nichts mehr einreichen. Da wird man nicht mehr gefragt, ob man das will oder ob man es überhaupt kann.

Schöne neue Welt

Das heißt, nicht mehr ich werde gefragt, ob mir die digitale Welt das Leben leichter macht, sondern es wird behördlich entschieden, dass dem so ist und angeordnet wie im Fall der Steuererklärung. Eine Steuererklärung auf Papier ist vielerorts nicht mehr möglich. Wo bitteschön ist die Wahlfreiheit, das individuelle Selbstbestimmungsrecht? Es sollte aber dem Einzelnen überlassen sein, ob er den digitalen oder den konventionellen Weg für sich in Anspruch nimmt. Auch ob und wie viele seiner persönlichen Daten er in irgendwelchen „wolkigen“ Datenbanken preisgeben will oder eben auch nicht. Stattdessen schaffen Wirtschaft, Politik, Behörden und der Bürger selbst gnadenlos immer mehr digitale Abhängigkeiten, und geht dann etwas schief durch Datenmissbrauch oder Datenklau, dann ist das Gejammer groß. Schöne neue Welt!