Leserbrief

Mehr finanziell einbringen

Zum Debattenbeitrag „Wie können wir Pflege menschenwürdig gestalten, Frau Ohlerth?“ vom 16. November:

Der Artikel von Frau Ohlerth beinhaltet wenig Neues. Pflegenotstand, viel zu viel Bürokratie und keine nachhaltigen Lösungen in Sicht. Ich habe meine Mutter fast acht Jahre im Pflegeheim mitbetreut und war selbst in einem Pflegeheim tätig. Resümee: Die guten Kräfte laufen weg und suchen sich eine Einrichtung, die bei den schwierigen Arbeitsbedingungen wenigstens vernünftige Rahmenbedingungen anbietet.

Natürlich müssen Pflegekräfte besser bezahlt werden, aber das derzeitige System reagiert nur sehr schwerfällig auf die berechtigten Forderungen. Vielleicht wäre das bedingungslose Grundeinkommen ein Ausweg, zumindest aus der finanziellen Misere? Die finanzielle Basisversorgung wäre dann nämlich soweit gesichert und die Pflegekraft kann dadurch individueller auf die berechtigten Bedürfnisse der hilfsbedürftigen Senioren eingehen.

Gleichzeitig würde die Gesellschaft ihren notwendigen finanziellen Beitrag leisten zu einem Zukunftsthema, das gerne und irgendwie auch „verständlicherweise“ verdrängt wird. Viele Engagierte wären bei zwei oder drei Tage Pflegedienst pro Woche dann sicher eher in der Lage, den unvermeidlichen Disstress zu kompensieren. Warme Worte samt Erklärungen helfen schon lange nicht mehr weiter.

Gestresst und resigniert

Ich habe viele Menschen kennengelernt, die den Pflegeberuf gerne und engagiert ausüben, aber schon bald in vielerlei Beziehung gestresst resignieren. Und oft werden sie dann durch junge Mitarbeiter ersetzt. Sogenannte Seiteneinsteiger, denen es vor allem ums Geldverdienen geht und die schon bald an dieser großen Aufgabe scheitern. Der/die Nächste bitte!

Wir alle müssen von der Vorstellung loskommen, dass uns die Tatsachen rund um den Pflegeberuf nichts angehen und müssen uns finanziell diesbezüglich mehr einbringen!

Karlheinz Hauk, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2L253hU

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