Leserbrief

Mehr Meinungsbildung ist nötig

Zum Artikel „Zeitungen sind immer noch etwas Besonderes“ vom 11.11.:

Nach rund 20 Briefen, die ich nicht abgeschickt habe, muss ich, nach einem der besten Artikel der letzten Jahre, doch noch einmal schreiben und auch abschicken. Es geht um den Artikel „Zeitungen sind immer noch etwas Besonderes“.

Besonders die letzten drei Sätze sollten Sie vergrößert ausdrucken und an alle Kollegen schicken. Nachdem schon einige Medien-Wissenschaftler darauf hingewiesen haben, natürlich ohne Reaktion ihrer Bundeskollegen, hier die Übersetzung: Fangen Sie einfach an, Ihre Arbeit zu machen, das heißt Hilfe zur Meinungsbildung und nicht Meinungsmache. Keine Panik bei positiven Meldungen. Unterlassen Sie auch so unsägliche Kommentare wie „Ohne Erfolg“ vom 7. November und „CDU hat den Blues“ vom 9. November. Nachdem ich 50 Jahre Mittelständler saniert habe, mein Rat:

1. Trennen Sie sich von Ballast.

2. Schulen Sie ihr Personal (Medien 4.0).

3. Schreiben Sie nicht 20 Seiten voll, sondern füllen Sie zehn Seiten mit Inhalten.

4. Ist die dpa Ihr richtiger Dienstleister?

5. Die Suche nach einem Kompromiss ist kein Streit und es gibt keine Gewinner und Verlierer. Abstimmungen mit weniger als 80 Prozent sind keine Klatsche. Wir denken doch über die Verrohung unserer Sprache nach, helfen Sie mit.

6. Ein Mitarbeiter sollte schon den Unterschied kennen zwischen weniger Wachstum und Rezession, sozial und Sozialismus, EU-Bundes-Landes-Kommunalrecht und etwas über die Schwierigkeiten eines föderalen Systems.

Joachim Sander, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2LaAdDV

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