Leserbrief

Mehr Verkehr, Lärm und Abgase

Zum Artikel "Bürger lehnen einen großen Betriebshof auf Spinelli ab" vom 25. Oktober:

Es war sehr beeindruckend, wie einhellig sowohl der Bezirksbeirat als auch die sich zahlreich äußernde Bürgerschaft den geplanten Betriebshof und die Präsentation und Argumentation von Markus Roeingh, dem Leiter des Fachbereiches Grünflächen und Umwelt der Stadt Mannheim, auf der Sitzung des Feudenheimer Bezirksbeirates vom 18.10.2017 abgelehnt haben. Und dies zu Recht! Es kann doch nicht sein, dass auf Spinelli in dreifacher Millionenhöhe gigantische Investitionen getätigt werden - und das zum großen Nachteil von Feudenheim!

Denn das umfangreiche Neubaugebiet im Norden von Spinelli beziehungsweise im Süden von Käfertal, geplant für 1600 Wohneinheiten und damit für vier bis fünf Tausend Bewohner, eine U-Halle in der Mitte, geplant für größere Veranstaltungen, sowie ein großer zentraler Betriebshof im Süden, geplant für 217 Beschäftigte mit 70 Pkw-Stellplätzen und 100 Dienstfahrzeugen, bescheren Feudenheim nichts Gutes, sondern viel, viel mehr Verkehr, Lärm und Abgase.

Nach dem aktuellen Verkehrsgutachten von Heinz + Feier GmbH am schon jetzt äußerst hoch belasteten Aubuckel wird es vormittags 23 Prozent mehr und nachmittags 30 Prozent mehr Verkehr geben, im Bereich Wingertsbuckel/Talstraße sogar bis zu 44 Prozent mehr! Und das, obwohl schon 2013 auf der Homepage der Stadt Mannheim im Zusammenhang mit der Verlegung der Aubuckelstraße zu lesen war: "Die Lage der heutigen Straße am Aubuckel ist die Schlechteste aller Möglichkeiten und wäre heute so nicht mehr genehmigungsfähig. Sie belastet die Bewohner am Westrand von Feudenheim mit Lärm und Abgasen in erheblichem Umfang."

Trotz dieses vernichtenden Urteils über die hohe Verkehrsbelastung des Aubuckels soll Feudenheim nun also nicht weniger, sondern deutlich mehr Verkehr, Lärm und Abgase bekommen - und das im Zeitalter des Klimawandels! Gleichzeitig wird durch den betriebswirtschaftlich fragwürdigen zentralen Betriebshof der Zugang von Feudenheim zum Grünzug versperrt. Das geplante Wohnen im Süden von Spinelli wird kein Wohnen im Grünen, sondern ein Wohnen am Betriebshof mit großen permanenten Anlieferungs- und Auslieferungsverkehr von gewerblichen Fahrzeugen. Wir Feudenheimer müssen uns gegen diese konkreten Planungen, nämlich gegen die Größe des Neubaugebiets im Norden von Spinelli, gegen den Fortbestand der U-Halle und gegen den unsäglichen Betriebshof wehren!

Anstelle eines Betriebshofes sollte für die neuen Bewohner mehr Grün vor der Haustür und ein kleiner "Platz der Begegnung" geschaffen werden im Stile einer mediterranen "Piazza" mit einem Brunnen in der Platzmitte, einer interessanten Bepflasterung, ausreichenden Sitzgelegenheiten, Leuchten und einer natürlichen Begrenzung durch Hecken und Pflanzen, so wie es die Bürgerinitiative "Gestaltet Spinelli" in ihrem Planungskonzept, abgelegt unter http://www.feudenheim-net.de/spinelli/ schon seit Jahren vorsieht.