Leserbrief

Mit Berichten für die AfD-Veranstaltung geworben

Zum Artikel „Feudenheimer Kulturhalle steht auch AfD offen“ vom 28. Februar:

Dank des fast einseitigen Artikels sowie des kleineren Artikels am Freitag hat sich für die AfD ein Vorteil ergeben: Sie können sich die Kosten für Werbung sparen. Danke „MM“! Hätte man nicht einfach still und leise die Veranstaltung über die Bühne gehen lassen können? Nein, es wurden die Mikrofone der Presse auch noch den Stadtpolitikern unter die Nase gehalten. Und die müssen ihre Empörung kundtun. Über was eigentlich? Dass eine demokratisch gewählte Partei die gleiche Plattform erhält wie sie selbst? Man könnte ja auch annehmen: Da angeblich niemand die AfD gewählt hat, wird ja auch niemand kommen.

Politiker urteilen zu früh

Die Hallen stehen im Eigentum der Stadt Mannheim. Sie hat entschieden, dass alle Parteien Einlass finden müssen. Und verlangt, eben dies umzusetzen. Es hat zufällig die Feudenheimer Halle getroffen, weil die Anfrage der AfD für eine Vermietung dorthin gelangte. Man kann davon ausgehen, dass sich der Verwaltungsrat die Entscheidung nicht leicht gemacht hat und gewiss nicht einer parteipolitischen Präferenz folgte. Daher finde ich es ärgerlich, dass Politiker, die lang harmonisch mit dem Verwaltungsrat zusammenarbeiten, sich nicht beide Seiten anhören, sondern gleich urteilen.

Und danke auch für den Freizeitvorschlag für AfD-Gegner: „Über geplante Protestaktionen war gestern noch nichts bekannt“. Ganz toll! Es ist mir klar, dass Medien an Schlagzeilen interessiert sind, um die Auflage zu fördern. Aber doch bitte mit etwas mehr Weitblick! Zur Klarstellung: Ich habe die AfD nicht gewählt, aber ich mag genauso wenig Ungleichbehandlung und gespielte Empörung.

Barbara Weber, Mannheim

„Mit Liebe im Herzen und Blumen im Haar feierten wir Fasnacht dieses Jahr“ – getreu unserem Jahresmotto haben wir vor wenigen Tagen und dreimal in vollem Haus tolerant, laut, bunt und liebevoll Fasnacht gefeiert. Das ist ein wirksames Mittel, um all denen zu verdeutlichen, die mal mehr, mal weniger berechtigte Sorgen der Mitmenschen ausnutzen, um zu diffamieren statt zu argumentieren, dass wir die Mehrheit der Gesellschaft darstellen.

Alleine die Vorstellung, dass zukünftig auch in der Feudenheimer Kulturhalle rechtspopulistische Parolen bei Parteiveranstaltungen herausposaunt und beklatscht werden könnten, ist nur schwer zu ertragen. Der AfD sei gesagt: Dass Sie unsere Feudenheimer Kulturhalle mieten darf, ist wohl nicht zu verhindern. Willkommen ist sie nicht.

Ingo Bauer, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2HmstgF