Leserbrief

Zum Thema Neubau der Kunsthalle

Mit der Tür ins Haus

Es ist bedauerlich, dass der Eingang zur Skulpturenhalle (Mitzlaffbau) am Friedrichsplatz stets verkannt wird, wie dies auch bei dem Kunsthallen-Forum am 17. April wieder durch den Architekten der gmp-gruppe geschehen ist, indem er den Zugang mit negativen Vokabeln belegte.

Der Eingang zum jetzigen Bau ist eindeutig formuliert und unverkennbar als solcher zu erkennen. Folgende Situation: Man will die Skulpturenausstellung besichtigen, aber die Hetze des Tages und die evtl. vergebliche Suche nach einem Parkplatz hat Sie etwas in Anspruch genommen. Nun betritt man den jetzigen Bau und steht erst einmal in einem Raum mit menschlicher Raumhöhe und überschaubaren Ausmaßen.

Ein Raum, in dem man den Alltag abstreifen und sich auf das Kommende vorbereiten kann. Also ein "Läuterungsbereich", so wie man es auch in jeder Kirche findet. Dann führt der Weg an themengebundenen Ausstellungen vorbei, um nun die Hallen zu erreichen. Und hier nun der "Ahh-Effekt": Aus den bewusst niedriger gehaltenen Vorräumen nun in die hohe, helle, weite Halle, in der man dann mit der Kunst konfrontiert wird. Ein gelungener Ablauf.

Ich hoffe, dass die mit dem Neubau beauftragte Architektengruppe so einen "Läuterungsbereich" dem so hoch gelobten neuen Eingang ebenfalls zuordnen wird, damit man bei dem neuen Gebäude nicht mit der "Tür ins Haus" fällt.