Leserbrief

Nahverkehr ausgedünnt

Zum Artikel „Abgesang auf Innenstädte?“ vom 23. September:

Abgesang auf Innenstädte? Wundert Sie das wirklich? Glauben Sie, Leute würden mit dem Fahrrad aus dem Umland nach Mannheim oder Heidelberg fahren zum Einkaufen? Nach dem populistischen Ruf nach immer mehr Behinderung der Autofahrer (Parkplätze und -häuser zu Fahrradabstellplätzen), braucht man sich nicht zu wundern, dass die Innenstädte immer mehr veröden.

Ich glaube nicht, dass die Geschäfte und Kaufhäuser von den Mannheimern allein leben können. Was den derzeitigen Hype fürs Fahrradfahren anbetrifft: Haben Sie auch schon einmal bedacht, dass es auch eine Bevölkerungsgruppe gibt, die nicht oder nicht mehr Fahrrad fahren kann, nämlich Behinderte, ältere Personen und Frauen mit Kinderwagen, die sicher inzwischen 30 Prozent der Bevölkerung ausmachen?

Kranke haben keine Lobby

In jüngeren Jahren bin ich oft und gern Fahrrad gefahren, habe meine beiden Kinder auf dem Fahrrad in den Kindergarten gebracht. Zu einer Zeit, als Fahrradfahren nicht modern war, in den 1960er Jahren. Leider ist für mich das Fahrrad als Fortbewegungsmittel aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich. Und sicher geht es vielen meiner Altersgenossen ähnlich. Und der öffentliche Nahverkehr im Umland ist so ausgedünnt, dass er auch keine Alternative ist. Ebenso können viele größere Strecken nicht zu Fuß zurücklegen, zumal mit Gepäck. Aber wir haben keine Lobby, da mit uns keine Lorbeeren zu verdienen sind. (Margarete Feist, Ladenburg)

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3jTfTGo