Leserbrief

Naive Klage zu den Auto-Kontrollen

Zum Artikel „Gericht kippt Auto-Kontrollen“ vom 6. Februar:

Bei allem Verständnis dafür, dass wir alle wohl keinen Überwachungsstaat wollen, muss man den Richtern am Bundesverfassungsgericht vorwerfen, dass sie wohl keine oder nur sehr wenig Ahnung davon haben, wie wir bereits umfassend „überwacht“ werden, ohne dass bislang auch nur ansatzweise ein Gericht dagegen vorgeht.

Totale Überwachung

Den Kläger kann man nur als ausgesprochen naiv bezeichnen. Die Erfassung von Kfz-Kennzeichen, die nach wenigen Sekunden wieder gelöscht werden, sind Peanuts gegen das, was zum Beispiel die Autohersteller schon jetzt an Daten speichern. Da wird nicht nur erfasst, wie schwer die Person auf dem Fahrersitz ist, wie stark und voll sie bremst oder Gas gibt, nein, es werden auch die gesamten anderen Fahrdaten an die Hersteller (Kfz-Versicherungen?) übermittelt: etwa, ob die Ölwechsel rechtzeitig vorgenommen werden, wo das Auto gerade fährt, wo und wann es mit wie viel Sprit betankt wird. Mir ist darüber hinaus kein einziges Gericht bekannt, das gegen die Datensammelwut von Google, Apple, Facebook & Co. bislang etwas einzuwenden hat. Das ist die totale Überwachung („1984“ lässt grüßen) und nicht die läppische, sekundenlange Kennzeichenerfassung.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2Iaq76P