Leserbrief

Neuer Abholrhythmus kann Problem lösen

Zum Artikel "Zu viel Abfall - Stadt fordert Umdenken" vom 3. August:

Cornelia Blume, Mannheim: Die Stadt fordert von uns Bürgern ein Umdenken bezüglich unseres Müllverhaltens. Das ist doch schlichtweg ein Witz. Nicht wir Bürger, sondern die Stadt sollte schleunigst umdenken, denn nur sie alleine hat das höhere Restmüllaufkommen durch die Einführung der Gelben Tonne und einem lediglich vierwöchigen Abholrhythmus zu verantworten. Ein erhöhtes Restmüllaufkommen war vorhersehbar.

Da macht es sich die Stadt sehr einfach, dem Bürger schlechtes Sozialverhalten zu unterstellen, wobei die Stadt doch nicht in der Lage gewesen ist, Verträge im Sinne ihrer Bürger mit einem weiterhin zweiwöchigen Abholrhythmus auszuhandeln. Dazu gibt es nur zwei Tonnengrößen: Die "kleinere" ist selbst für einen Zwei-Personen-Haushalt zu groß, die können dann locker vier Wochen trennen und sammeln. Bei den Mehrfamilienhäusern sieht es ganz anders aus: Da reichen die großen Tonnen bei weitem nicht und man bräuchte, um den Bedarf abzudecken, ganz viele davon, wofür wiederum einfach kein Platz da ist.

Kein Platz für zweite Tonne

Sollen die Bürger die Tonnen dann alle auf die Straße stellen? Wir teilen uns mit 13 Parteien eine große Tonne, für eine zweite reicht der Platz definitiv nicht. Nach zwei Wochen ist diese voll und um Ungeziefer und Gestank zu vermeiden, können wir nicht mehr trennen und es bleibt uns leider nichts anderes übrig, als alles dann in den Restmüll zu werfen. Das Müllproblem auf soziale Strukturen zurückzuführen halte ich nicht nur für sehr gewagt, sondern auch für diskriminierend. Ein zweiwöchiger Abholrhythmus würde das Problem ganz schnell lösen!

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