Leserbrief

Neupflanzungen sind nur ein Feigenblatt

Zum Artikel „Kampf gegen den Kahlschlag“ vom 3. Juni:

Nachdem jetzt in Mannheim, wie es scheint, alle Bäume abgeräumt sind, die irgendwo dem Kommerz im Wege standen, kommt man nun mit einer neuen Baumschutzverordnung daher, die Bäume besser schützen soll.

Und ausgerechnet Politiker begrüßen die Verschärfung, die vorher allen Widerständlern erklärt haben, wie wichtig das Fällen für Geld und Stadtentwicklung ist. Allen voran leider auch Politiker der Grünen. Unter der grünen Bürgermeisterin Kubala hat man eher den Eindruck, dem alten Baumbestand wurde der Krieg erklärt.

Kleine Parks als Treffpunkte

Und die neue Verordnung lässt ja, Gott sei Dank, auch wieder Ausnahmen zu. Auch die Pflanzung von neuen Bäumen stellt keinen ausreichenden Ersatz zu dem vernichteten Bestand dar, sondern ist nur ein Feigenblatt für das, was hier passiert. Es wäre durchaus auch möglich gewesen, auf die Bebauung mancher Grundstücke zugunsten von Bäumen zu verzichten. Stattdessen hätte man die vorhandenen Bäume und kleinen Parks weiterhin als Treffpunkte für die Bevölkerung und ein verbessertes Stadtklima erhalten können.

Michael Lange, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2XCq2fx