Leserbrief

Zum Thema "Buga ja" löst sich auf / Artikel vom 31. Juli

Nur ein knapper Sieg

Vermutlich sind ja auch an mir neue Erkenntnisse vorbeigegangen, die den Sieg ("einen knappen Sieg zwar") der Buga-Befürworter-Initiative nunmehr "seine bzw. ihre Ziele als erreicht" verkünden lässt. Die Mannheimer hatten damals zwar keine Ahnung, wie die Finanzierung aussehen würde - und das ja bis heute eigentlich nicht -, was eigentlich gebaut werden sollte - auch das ja eigentlich immer noch nicht - und schon gar nicht, was mit der Straße um die Au passieren sollte. Aber das steht nun schon lange öffentlich fest! Ich erinnere mich, dass vor einigen Wochen durch einen Stabswechsel im verantwortlichen Planungsbüro ja alles "in den grünen Bereich" überführt wurde: Dass nur ein knapper Sieg zustande gekommen sei, sei ja nur "ein Kommunikationsproblem gewesen".

Aha! In der Tat hatte man versäumt, darauf hinzuweisen, dass Kleingärten ja unnötig viel Arbeit machen, dass ein Schützenhaus als altertümliches Relikt ja ohnehin nicht in eine moderne aufstrebende Stadt passt und dass die Autofahrer sowieso lieber mit der Straßenbahn auf der Feudenheimer Allee um die Wette fahren als so irgendwie in einem nicht enden wollenden Bogen herumzufahren. Und ach ja, auch dass man durch armeebedingte Erdabtragungen hofft, wertvolle antike Kulturgüter zu finden, um die historische Bedeutung Mannheims zu unterstreichen, ging ja ganz unter.

Jetzt kann man nur hoffen, dass nicht irgend so ein Wichtigtuer auch noch vorschlägt, nach diesen "Kommunikationserkenntnissen" noch einmal neu abzustimmen. Aber dann werden sich die "Buga ja!"-Lobbyisten wieder schnell organisieren und den Mannheimern ihr unfassbares Buga-Glück "kommunizieren".

Und vielleicht sagen sich ja die Kleingärtner: "Und sollte die ganze Welt auch morgen untergehen, ich pflanze heute noch ein Apfelbäumchen!"