Leserbrief

Planung neuer Fahrradstraße in Quadraten sorgt für Bedenken

Zum Artikel "Stadt plant neue Fahrradstraßen" vom 13. September:

Ich habe bereits vor einigen Jahren, als die Befahrung der Straße H 3/G 3 - H 7/G 7 durch Fahrräder entgegen der Einbahnstraße installiert wurde, die Stadt angeschrieben. Ich äußerte Bedenken zu dieser Maßnahme, da diese Straße sehr befahren ist und so etwas zu Unfällen führen kann.

Es wurde mir damals zugesichert, dass das keine Einstiegsmaßnahme für weitere Einschränkungen des Autoverkehrs bedeuten sollte und die Gefährdung laufend überprüft würde, um gegebenenfalls die Maßnahme zurückzunehmen.

Nun haben sich in der Zwischenzeit Unfälle ereignet (bei einem war ich selbst Zeuge), bei denen Fahrradfahrer die gleiche Kurve schnitten und deshalb zusammen stießen. Ich denke, solche Vorkommnisse konnten nur durch die Neuregelung geschehen. Dennoch hat man daran nichts geändert.

Stattdessen wurde jetzt in der Zeitung veröffentlicht, dass man unter anderem in dem Abschnitt G 3/H 3 bis G 7/H 7 eine Fahrradstraße plant, was im "Mannheimer Morgen" dann auch noch als "enorme Verbesserung" kommentiert wird.

Ich halte es gelinde gesagt für eine Schnapsidee, die meistbefahrene Straße in den nördlichen Quadraten in dieser Form für den Autoverkehr zu beschränken.

Sowohl der Lieferverkehr als auch die Mobilität der ansässigen Firmen (Installateure, Pflegefirmen, Schlüsseldienste) sowie die Gäste der zahlreichen Gastronomiebetriebe werden davon negativ beeinflusst. Eine entsprechende Zählung ergab ja dann auch, dass der Autoverkehr erheblich größer ist, als der Fahrradverkehr. Damit ergibt sich aus meiner Sicht aber auch, dass die Voraussetzungen für eine solche Maßnahme nicht gegeben ist.

Das in der Zeitung veröffentlichte Argument, es handele sich um eine Hauptverbindung des Radverkehrs, entbehrt in meinen Augen jeder Realität. Die wenigen Anwohner im Jungbusch können ja wohl kaum für diese These sprechen. Die Fahrradfahrer, die die B 44 nutzen, fahren in aller Regel durch die Hellingstraße zur Hafenstraße, um dort zum Neckar zu gelangen, wie ich bei meinem fast täglichen Joggen feststellen kann. Die Anwohner des Jungbuschviertels hingegen kommen meist zu Fuß und nicht mit dem Fahrrad. Aus diesem Grund sehe ich dieses Vorhaben sogar als rechtswidrig an. (Rainer Körver, Mannheim)