Leserbrief

Leserbrief Zu „Viele Indianer, keine Häuptlinge“ (FN 14. Mai)

Platz 4 noch ein Erfolg

Mit der Übertitelung seines Kommentars liegt Herr Meininghaus gar nicht so falsch. Aber was soll ein Verein machen, wenn ihm die Häuptlinge von finanzstärkeren Vereinen weggekauft werden? Oder soll man besser sagen, manche Spieler können den Dollarzeichen in ihren Augen oft nicht widerstehen.

Häuptlinge wie Lewandowski, Hummels oder auch Götze wurden im Zenit ihres Könnens von Konkurrent Bayern München weggelockt. Gündogan und Mkhitaryan zog das Geld nach England und Jungtalent Dembele erzwang fast schon kriminell durch Trainingsverweigerung seinen Abgang nach Barcelona, was sich der BVB aber zurecht mit fürstlichen 145 Millionen Euro entlohnen ließ. Nicht zuletzt der Abgang von Torjäger Aubamayang nach Arsenal.

Dies nur ein kurzer Auszug aus „where is who“. Wozu der BVB noch mit vielen Häuptlingen in der Lage war, zeigte er in den Jahren 2011 und 2012 mit zwei Meistertiteln und einem Pokalsieg. Hinzu kam in dieser Saison auch noch eine lange Verletzungspause von Führungsspieler Reus.

Allerdings bleibt auch den Führungskräften kein Vorwurf erspart. Denn, sich mit einem Top-Trainer wie Tuchel zu überwerfen, nur weil dieser eine andere Meinung im Nachgang des Bus-Attentats vertrat, ist fahrlässig. Auch der Abgang von Bender und Ginter war ohne Not, denn Toprak und Toljan konnten die beiden nicht adäquat ersetzen. Die Ausleihe von Jungtalent Passlak an Hoffenheim war ein Flop, denn statt mehr Einsatzzeit zu erhalten, spielte dieser im Grunde gar nicht.

Unter Berücksichtigung all dieser Fakten, ist das Erreichen der Champions League mit Platz 4 für den BVB noch als Erfolg zu werten.