Leserbrief

Zum Thema Badeverbot im Rhein

Prävention das Gebot

Aus Sicherheitsgründen und guter Überlegung ist es geboten, es bei dem Badeverbot in Rhein und Neckar zu belassen. Die Gefahren sind zu groß bei dem schnellen Verkehr der Schiffe. Die Wasserstraße ist für die Schifffahrt, die sich in Bezug auf die Schnelligkeit und in der Struktur in hohem Maße gegenüber der Vergangenheit verändert hat. Davon geht eine große Gefahr für den Schwimmenden aus.

Zu fürchten sind besonders die rheinabwärts fahrenden Schiffe. Oft haben sie zeitgebundenes Exportgut an Bord, bei der Eile geboten ist (Dampfertermin). Fahrzeit zum Beispiel von Mannheim nach Rotterdam, etwa 1300 Kilometer, innerhalb zwei Tagen mit Nachtfahrt. Die Kapitäne, auch Lotsen, müssen auf den Verkehr und Brückendurchfahrten achten. Diesen Blick noch auf Badende zu werfen, wäre eine zu große Herausforderung.

Schiffsführer überlaset

Die Talfahrer haben grundsätzlich Vorrang, da sie auch der Schubkraft des Wassers unterliegen. Einen Halt bei voller Fahrt gibt es nicht, ebenso wenig eine festgelegte Fahrspur. Man kennt zwar von den Schiffen angesetzte Richtungsanzeigen, auf welcher Seite sie überholt werden wollen. Die Schiffsführer wären überlastet, müssten sie noch auf Badende achten.

Von den Bergfahrenden (Gegenstrom) geht nur geringe Gefahr aus, weil sie berechenbar sind. Am Rhein (Lindenhof) bin ich vor über 75 Jahren aufgewachsen, habe das Wasser zum Beruf gewählt, kenne gut die Kriterien. Im Sommer über den Rhein nach Ludwigshafen oder auf einem Schleppkahn bis zum Strandbad und abwärts treiben zu lassen, eine Freude.

Ein Vergnügen in der Zeit der Raddampfer, der Dieselschlepper, die unwirtschaftlich wurden mit hohem Personalaufwand. Heute wird nur noch Massengut mit den Binnenschiffen befördert. Die Schubverbände mit Leichtern (früher Kähne) sind in puncto Umlauf den Selbstfahrern gleichzustellen. Die Last wird jetzt geschoben und früher gezogen, ist weniger kraftaufwendig.

Die geschilderten Aspekte lagen auch der Entscheidung zugrunde, die zwei am Lindenhof gelegenen Bäder am Rhein wegzunehmen.