Leserbrief

Probleme länger bekannt

Zum Artikel ""Das hätte sehr schlimm ausgehen können" vom 4. November:

Jugendliche bewerfen in der Halloween-Nacht Rathaus, Polizeiposten und Schule in Walldorf mit Brandsätzen. In der Nacht darauf wird mit Graffiti nachgelegt: "ACAB" und "es geht noch weiter". Ein Mann, der die Sprüher zur Rede stellt, wird krankenhausreif geschlagen. Der Herr Polizeisprecher will die Graffiti als Drohung aber nicht überbewertet wissen. Da erlaubt man sich doch die Frage, ob dieser Herr der Richtige für diesen Job ist?

Die Bürgermeisterin zeigt sich erleichtert, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Ebenfalls mindestens fragwürdig. Die Probleme mit den Jugendlichen und die Gruppen selbst sind Polizei und Stadt schon länger bekannt. Der Herr Polizeisprecher hofft allen Ernstes, dass die Täter selbst von der Eskalation, für die sie verantwortlich sind, überrascht worden seien. Geht es denn noch etwas naiver?

Totalversagen von Institutionen

Obwohl die Täter schon länger bekannt sind, ginge es nicht von heute auf morgen, die Hintergründe der Vorgänge zu ermitteln. Zunächst sind diese doch völlig unerheblich. Man hat einen Mann krankenhausreif geschlagen und sucht jetzt nach Begründungen? Ohne an der ständigen Polizeischelte teilnehmen zu wollen, kann man hier aber doch nur noch von Totalversagen aller öffentlicher Institutionen, Stadt, Bürgermeister und Polizei sprechen. Vertrauen in einen Staat, der seine Hauptaufgabe, den Bürger zu schützen, nicht mehr erfüllen kann oder will? Das war einmal. (Armin Latell, Mannheim)