Leserbrief

Protest für das Klima verdient Bewunderung

Zum Artikel „Greta Thunbergs Protest inspiriert und polarisiert“ vom 14. Februar:

Sie ist wirklich bewundernswert, diese 16-jährige Greta, die sich in den schwedischen Schnee stellt – mit nichts als ihrem stillen Protest gegen den Ruin des Planeten. Wenn daraus eine weltweite Jugendbewegung wird, in der Zigtausende demonstrieren und dabei nicht nur kalte Füße, sondern auch schulische Nachteile in Kauf nehmen, dann schäme ich mich für mich selbst und meine vorigen Generationen, die wir die Proteste erst nötig gemacht haben. Wir haben sie notwendig gemacht, weil wir wider besseres Wissen zugelassen haben, dass der Dreck in unserer Luft und damit die Klimabelastung nicht reduziert, sondern weiter gesteigert wurden. Obwohl es längst möglich gewesen wäre, den Verkehr sauberer zu machen, und erst recht die Energieerzeugung.

Versauen Enkeln die Zukunft

Drei Jahrzehnte nach Hermann Scheers Buch „Die gespeicherte Sonne“ (1987) immer noch und für weitere zwanzig Jahre Braunkohlendreck in die Luft zu blasen, ist eine Zumutung für uns alle. Dies dann noch „Kompromiss“ zu nennen, ist obendrein eine Frechheit. Kein Wunder, dass unsere Enkel auf die Straße gehen: Wir versauen ihnen ja gerade ihre Zukunft.

Dreißig Jahre haben die Verantwortlichen in der Auto- und Energieindustrie, vor allem bei Vattenfall und RWE nebst Gewerkschaft Bergbau und Energie, und die ihnen gefälligen Politiker an ihren Konzepten festgehalten und die Kohle-Beschäftigten als Geiseln genommen, um jetzt die Politik zu erpressen, anstatt auf Wasserstoffenergie und -speicherung umzuschalten.

Seit mehr als zehn Jahren steht die erforderliche Technologie komplett serienmäßig zur Verfügung. Greta und ihre Mitkämpfer haben mächtigere Feinde als nur die Dreckschleudern im Netz: Erstens die genannten Energieriesen, die um ihre schönen Profite auf Kosten der Landschaft, der Menschen, der Umwelt fürchten. Zweitens BASF-Wintershall nebst Gazprom und Putin, denn wenn wir selbst solaren Wasserstoff erzeugen, brauchen wir weniger Erdgas aus Russland, vielleicht nicht einmal die Pipeline Northstream 2. Drittens die Erdölgiganten aus dem gleichen Grund: Kraftstoff kann man auch aus methanisiertem Wasserstoff machen.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2VspRC3