Leserbrief

Radfahren macht Stadt lebenswerter

Zum Bürgerbarometer „Plädoyer für mehr Radwege“ vom 2. April:

Ich fahre jedes Jahr insgesamt etwa 2500 Kilometer mit dem Rad. Nicht nur in der Region, daher kann ich im Vergleich auch ganz gut konstatieren, dass das Radwegesystem in Mannheim noch stark verbesserungswürdig ist.

Man profitiert im Rheintal von idealen Rahmenbedingungen (kaum Frost und Schnee und nur wenige Steigungen), aber die Akzeptanz für die häufigere Nutzung des Rads im Alltag ist immer noch nicht in allen Köpfen angekommen. Trotz unbestrittener Vorteile für Gesundheit, Geldbeutel und Umwelt! Mein Hybrid-Auto nutze ich ausschließlich für längere Strecken und vor allem zu Transportzwecken.

In der „Suezkanal“-Tunnelstraße fahren die Autofahrer oft viel zu schnell! Nicht nur deshalb bedauere ich, dass dieser Straßenabschnitt nicht zu einer Fahrradstraße umgestaltet wurde, denn dann hätte ich auch keinen Gegenverkehr mehr auf der Radspur Richtung Innenstadt fürchten müssen. Davon abgesehen halte ich die meisten unechten Fahrradstraßen für suboptimal, da dabei ganz normale Autofahrstraßen für relativ viel Geld vor allem optisch umgestaltet wurden.

Nebeneinander bedeutet „Stress“

Der weiterhin uneingeschränkt fließende Autoverkehr hat sich auch nach Jahren oft nicht an die geänderten Befahrungsregeln angepasst. Fahren Sie einmal in der Mönchwörth-Fahrradstraße mit dem Rad nebeneinander und versuchen keinen Stress mit „ausgebremsten“ Autofahrern zu bekommen. Im Vergleich dazu ist die Freigabe von Einbahnstraßen für das Radeln in beide Richtungen wesentlich effektiver und sollte weiter ausgebaut werden!

Die autoverliebten und dabei mobilen Mitbürger sollten einsehen, dass mehr alltägliches Radfahren Lärm und Abgase reduziert und die Innenstadt wieder lebenswerter macht. Nutzen mehr Menschen das Rad, dann spürt die Stadtverwaltung in Sachen Radweg-Optimierung auch mehr Druck zum Handeln.

Karlheinz Hauk, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2I9WSQz

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