Leserbrief

Radzulassungen nur mit Nummernschild

Zum Artikel „Zwischen Hochrad und Pedelec“ vom 18. Juni:

Bevor Mannheim in seiner Selbstbeweihräucherung der „Bikerstadt“ völlig versinkt, darf ich als City-Anwohnerin einiges anmerken: Stelle ich doch seit einigen Jahren fest, dass Fahrradfahrer nicht nur die Straßen, sondern auch gleich sämtliche Gehwege Mannheims glauben gepachtet zu haben. Sie fahren rücksichtlos in Einbahnstraßen in die falsche Richtung, brettern eiligst über den Gehweg, schrammen am zentimeterweise herausfahrenden Auto vorbei und fühlen sich völlig im Recht. Sicher gibt es auch höfliche Fahrradfahrer, aber häufig fahren sie einem nahezu die Füße ab, wenn man aus der Haustüre tritt. Am besten man legt sich einen Winkelspiegel zu, den man erst einmal aus der Haustüre streckt, bevor man es wagt, selbst den Bürgersteig zu betreten.

Verkehrsschule für Radler

Ein Gehbehinderter oder Menschen mit Rollator sind höchst gefährdet. Wenn man zu Recht schimpft, werden diese lieben Mitmenschen (weit über dem erlaubten Alter von acht Jahren) auch noch unfreundlich. Vor Kurzem wagte ich mit einer Nachbarin und unseren kleinen Hunden einen Spaziergang und wir verblieben vor der Haustüre noch in kurzem Plausch. Ein älterer (!) Radfahrer flitzte auf seinem Rad über den Bürgersteig und rief schon vom Weitem „Aus dem Weg!“. Muss ich mich bei Radfahrern anmelden, wenn ich es wage, vor der Haustüre auf dem Bürgersteig zu stehen? „Geht’s noch?“, rief meine Nachbarin zu Recht.

Gerade ist das Event Monnem Bike 2018 zu Ende gegangen. Leider vermisste ich dort eine „kleine Verkehrsschule“ für Radfahrer. Dies wäre eine notwendige Grundvoraussetzung der kleinen und auch großen Radfahrer. Mit zunehmender, nicht mehr kontrollierbarer Masse an Radfahrern, plädiere ich dringend für Radzulassungen mit Nummernschild. Dies bringt im Übrigen Taler in die Kasse und mehr Sicherheit für die Fußgänger.

Susanne Scheidweiler, Mannheim

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