Leserbrief

Zum Thema Kunsthalle

Reichlich spät

Wenn ich den Artikel zum Bürgerforum Kunsthalle wiederholt lese, wird mir direkt schwindlig wegen der formulierten Wünsche für den Neubau an die eingeladenen Planer: Zitate nicht wortgetreu:

1. Ein Kracher soll er werden, aber nicht zu krach; dann doch lieber ein Mittelweg/ -mäßig (?) wegen der Folgekosten. 2. Der Museumsbau darf nicht im Gegensatz zum Museumskonzept stehen (Hört, Hört). 3. Die Architekten dürfen auch nachdenken (So, So). 4. Der Bau soll zum Friedrichsplatz passen, aber nicht dominieren, doch auch nicht untergehen. 5. Das Museum soll sogar ein modernes Gebäude werden (Aha).

Neubau in zehn Meter Tiefe

Hier füge ich ein: Wer heute die Gestaltung des Mitzlaffbaues kritisiert, kommt leider reichlich spät daher. Irgendwann las ich den zarten Hinweis auf das Guggenheimmuseum Bilbao/Frank Gehry oder Los Angelos's Getty von Richard Meier. Wer hiesige und fremde Architekten von deren Kaliber einladen möchte, sollte besser auf die Wischi-Waschi-Formulierung der "Sechs Grundsätze für die Architekten" (fast eine Beleidigung) verzichten. Die kümmern sich wenig um solche Vorgaben, behindern sie doch Kreativität und Renommee. Um allen und allem gerecht zu werden, sollte der Neubau zehn Stockwerke tief in die Erde gesenkt werden, bau- und lichttechnisch kein Problem. Auch gäbe es später keine Probleme mit Dach und Außenhaut. Oben drauf dann eine Kiesschüttung mit Biertischen und Sponsorenreklamesonnenschirmen. Achse Rosengarten, Wasserturm, Kunsthalle gerettet. Bin erleichtert.

Jürgen Althoff, Ludwigshafen