Leserbrief

Reisebericht über Zagreb mit zu vielen Fehlern

Zum Artikel ",Bok' auf Zagreb" vom 24. September:

Ihr Mitarbeiter Stephan Brünjes hat sich in seinem Beitrag zu viele Fehler erlaubt. Hier zähle ich nur einige auf: "Bok" bedeutet in Kroatisch "Hüfte" und ist kein Gruß. Gesagt hat die arme Reiseleiterin Dora - in akzentfreiem Deutsch! - "Bog!", was "Gott" heißt und womit offenbar, "Grüß Gott" gemeint ist. Es hätte genügt in das "kleine weiße Heft" zu schauen, das die Reiseleiterin an die Teilnehmer der Stadtbesichtigung verteilt hatte, um "Gott" zu finden.

Zu viel Arbeit für den Berichterstatter? Bei "Bok" bekommt ein Tourist aus Unna eine "Bluthochdruckbirne" und wechselt in den Deutsch-Englisch-Zeichensprache-Modus. (Witzig?) Weiter kommt die Touristengruppe zum Markt, wo Gemüse mit unaussprechbaren Namen "Luk" und "Voce" verkauft wird; worauf bei den Deutschen "die Unterkiefer rotieren um die sperrigen Vokale vor sich hin zu modellieren". Wie würden Sie das englische "Look" (Schau!), oder das italienische "Voce" (Stimme) modellieren? Weiter: die Straßenbahnen, vor unzähligen Jahren aus Prag importiert, unpassend zu damaligen Schienen. Sie sind zwar längst verschwunden, aber noch heute - oder ihre Geister? - schaukeln sie laut Herrn Brünjes, bedrohlich.

Witze besser sein lassen

Und das Reiterstandbild des Helden Jelacic, der seinen Säbel jetzt nicht nach Norden, sondern nach Süden richtet, also laut Herrn Brünjes, nach Serbien. Nur liegt Serbien nicht südlich von Zagreb, sondern östlich! Das Wort "zagrebi" bedeutet nicht "Wasser schöpfen" sondern "kratze!" und ist meines Wissens nicht im Stadtnamen erhalten, eher "Za breg" - "hinter dem Berg". Und: "Zum Glück!" heißt auf Kroatisch nicht "Sreca!", sondern "Sretno!" Wieder falsch verstanden. Ein Sprach-Antitalent wie Herrn Brünjes soll seine Witze über ein benachbartes Volk lieber sein lassen und Reisegruppen nach Tansania leiten. Dann werden seine Fehler nicht so leicht entdeckt.