Leserbrief

Reißerische Überschrift

Zum Artikel „Viele Zweifel in Region an der Mietpreisbremse“ vom 11.12.:

Mit einem Artikel mit großer Überschrift „Viele Zweifel in Region“ berichtete Ihre Zeitung über die geplante Einführung der Mietpreisbremse in Mannheim und Weinheim. Als „Expertin“ kommt dann die Mannheimer Professorin, Verena König, mehrfach zu Wort, die sich bereits 2018 in einem Interview mit Ihrer Zeitung als Gegnerin einer Mietpreisbremse („Mietpreisbremse nur Placebo“) geoutet hat. Das Argument wird von ihr vertreten, es würde der wissenschaftlich-fundierte Nachweis fehlen, ob die Mietpreisbremse etwas bringt. Sie selbst bleibt aber den wissenschaftlich-fundierten Nachweis, dass die Mietpreisbremse nichts bringt, schuldig.

Es wird noch erwähnt, dass zwar laut der Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg mehr Sozialwohnungen gebaut wurden als in der Vergangenheit, was aber wiederum die Kritik der Opposition herausfordert, die das als „Pleite“ der Ministerin bezeichnet.

Als weitere Experten werden dann der Weinheimer Oberbürgermeister und der Mannheimer Hausbesitzer-Verband „Haus und Grund“ bemüht. Ich habe da meine Zweifel, ob man eine klassische Lobby-Organisation, wie den Hausbesitzer-Verband, als Experten bezeichnen kann. Der Mieterverein hingegen sieht einen dringenden Bedarf einer Mitpreisbremse. Ich frage mich also, ob es wirklich gerechtfertigt ist, den Artikel mit einer solchen Aussage und in dieser etwas „reißerischen“ Form zu überschreiben, obwohl es auch genügend Befürworter für eine solche Maßnahme gibt, was auch der Hinweis im Bericht im Zeitungsinnenteil beweist.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/36Oxbxs