Leserbrief

Leserbrief Zum „Kreuz-Erlass“ von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Islam-Unterricht

„Religion ist etwas Privates“

In letzter Zeit wurde oft und gern auf Söder und seiner Kreuz-Initiative herumgehackt. Kürzlich erschien dann in den FN ein Bericht über die wachsende Nachfrage nach Islam-Unterricht an deutschen Schulen.

Beide Themen haben mehr miteinander zu tun, als mancher vielleicht denkt. Es geht um den Einfluss, den Glaube und Kirche gleich welcher Herkunft in unserer Gesellschaft haben sollten. Die Kirchen reagierten negativ auf Söder. Das kann man als Selbstverleugnung oder Feigheit bezeichnen, zeugt aber auch von Lernfähigkeit. In der modernen Kirche ist man sich wohl bewusst, dass in einer säkularisierten Welt die Uhren anders ticken. Kurz gesagt: Die christlichen Kirchen gehören nicht mehr zu Deutschland.

Genauso übrigens wie der Islam nicht zu Deutschland gehört und noch nie gehört hat. Religion ist etwas Privates. Aus genau diesem Grund hat auch der Islam-Unterricht an deutschen Schulen nichts zu suchen. Wir Christen werden schon lange nicht mehr einseitig berieselt. Längst heißt es Religionsunterricht oder sogar Ethik-Unterricht. Bibelinhalte sind nur noch Teil des großen Ganzen. Die islamischen Religionsvertreter sollten sich ein Beispiel daran nehmen. Wären sie verantwortungsbewusst, würden sie in der steigenden Nachfrage nach Islam-Unterricht die Gefahr für das Miteinander in der Gesellschaft erkennen und loslassen. Ethik-Unterricht reicht und ist für alle ein Gewinn. Islam-Unterricht dagegen ist völlig überflüssig und schadet der Integration genauso wie unsinnige Gebetspausen in den Betrieben.