Leserbrief

Satirisches Pamphlet?

Zum Corona-Tagebuch von Jagoda Marinic „Stuttgart aufbauschen“ vom 26. Juni:

Ich frage mich, ob der Beitrag von Frau Marinic über die Randale in Stuttgart ein satirisches Pamphlet sein soll oder ob sie dem Trend vieler ihrer Berufskollegen folgt und gewaltsame Übergriffe wie in diesem Fall relativiert, beschönigt, entschuldigt oder vollständig ignoriert, weil diese nicht in ihr linksextremes Weltbild passen.

Zum Leidwesen vieler Journalisten sind die Verantwortlichen dieser Vorfälle in Stuttgart dieses Mal nicht „rechtsradikale Chaoten“ – ein Begriff, der besonders gerne im „Mannheimer Morgen“ für all diejenigen verwendet wird, die diese linksideologischen Meinungen nicht teilen. „Linksradikale Chaoten“ gibt es sowieso nicht, denn diese Leute erheben ja den Anspruch, die moralische Instanz Deutschlands zu verkörpern, und diese Haltung muss ja auch in der Presse entsprechend gewürdigt werden. Ein bisschen Gewalt sollte man in diesen Fällen schon tolerieren.

Anteil an Polarisierung

Genauso soll der Umgang mit den Hauptverantwortlichen bei den Gewaltausbrüchen in Stuttgart sein, denn diese Leute sind ja eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Da kann man doch nicht verlangen, dass diese wegen ein bisschen Randale zur Rechenschaft gezogen werden. Ob meine Aussagen ironisch, satirisch oder sonst in anderer Form zu verstehen sind, überlasse ich dem exorbitanten Urteilsvermögen einer gewissen Frau Marinic.

In einer anderen Kolumne beklagt Frau Marinic die Polarisierung der Gesellschaft mit den Worten: „Selbst Teile der Mitte werden immer radikaler“. Sie sollte sich einmal selbst hinterfragen, welchen Anteil sie mit ihren Kommentaren an solch einer Entwicklung hat.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2ZNvi1R