Leserbrief

Schätze den Ursprung

Zum Artikel „Körper ringen um Sprache“ vom 31. Juli:

Danke für das schöne Foto. Ohne Ironie: Es hat mit dem Stück wenig zu tun. Schon Goethe und Tieck empfanden es als befremdend. Es ist wie es ist. Man sollte es aber Kleist lassen. Das Ende nicht korrigieren wie ein (schlechter) Lehrer.

Man kann mit Ernst Bloch das Happy-End verteidigen – aber nicht am falschen Ort. Kleist nannte die „Penthesilea“ den „ganzen Schmutz zugleich und Glanz meiner Seele“ – also Schmutz, nicht Schmerz. Gibt das nicht (mehr) zu denken? Muss das in „positiver Transzendenz“ à la Wagner untergehen? Ich schätze Kleists „Penthesilea“ so wie sie im Ursprung ist.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2ONIJJ4