Leserbrief

Zum Thema Badeverbot im Rhein

Scheinheilige Aussagen

Ich glaube kaum, dass die Verteidiger des Badeverbotes jeweils am Mannheimer Strandbad geschwommen sind, sonst würden sie diese Behauptung nicht aufstellen.

Dass die Vorstände der beiden Schwimmvereine am Stollenwörthweiher das Badeverbot gutheißen ist logisch, denn sie müssten sonst Einnahmeeinbußen hinnehmen.

Im Sommerhalbjahr waren früher bis zu 400 000 Badegäste am Strandbad. Frühere Oberbürgermeister mit ihren Stadtverwaltungen bis zurück in die 30er Jahre haben gegenüber den Mannheimer Bürgern Wohlwollen gezeigt und das Baden am Strandbad gefördert.

Die Schifffahrtsrinne wurde auf der Länge des Strandbades durch Bojen und Balken abgegrenzt. Zwei Bademeister kontrollierten entlang der Strandpromenade als Aufsicht. Entlang des gesamten Ufers wurden Ständer mit Rettungsringen im Abstand von 30-40 Metern aufgestellt. Und es wurde eine kleine Sanitätsstation errichtet.

Die Strömung und die Sogwirkung der Schiffe im Badebereich gab es schon seit Errichtung des Strandbades 1927 und die Strömung hat sich nicht verschärft.

Jetzt hat man im Kiesstrand gegen die Sonnenanbeter Bäume gepflanzt, so ein Schwachsinn! Ich komme seit nahezu 80 Jahren, auch vor dem Badeverbot zum Schwimmen ins Strandbad und kann die wahren Verhältnisse nur bestätigen. Ich kann mich nicht erinnern, dass im Badebereich jemals ein Badegast ertrunken ist.

Die beschriebenen Sicherungsmaßnahmen erfordern einige finanzielle Mittel, die man mit scheinheiligen Aussagen umgehen will (Wasserqualität, Strudel u. Sogwirkungen).

Nur Entenbad

Sollte das Badeverbot gegen den Willen des Fördervereins und eine große Zahl Mannheimer Badewilligen bestehen bleiben, müssen alle Hinweisschilder "zum Strandbad" in und um Mannheim entfernt werden, denn das ist ein Hohn.

Wenn Besucher trotzdem den Rheinstrand besuchen wollen und ihre Liegematten ausbreiten, müssen sie berücksichtigen dass das ganze Areal mit Kot der Enten u. Gänse übersät ist. Neue Hinweisschilder sollten die Aufschrift tragen "zum Entenbad", denn die dürfen dort in großer Zahl straffrei schwimmen. Armes Mannheim!