Leserbrief

Schnelligkeit vor Präzision

Zum Artikel „Lassen wir uns aus Umweltangst blenden, Herr Schweiger?“ vom 22. Februar:

Es passt mittlerweile in das Deutsche Schema: Wir müssen alles polarisieren und bis auf den Boden der moralischen Verunglimpfung diskutieren. Feinmahlen, bis nichts mehr geht, dann wird probiert ob es nachhaltig wirkt. Doch schauen wir genauer hin, spielt Nachhaltigkeit hierbei eine untergeordnete Rolle.

Viel wichtiger ist es, einen Mainstream zu schaffen, dem möglichst viele frönen. Dabei ist uns Menschen schon bewusst: Vor der Synthese sollte die Analyse stehen, eine Ordnung, der am Ende faktisch saubere Aussagen folgen sollten, bevor sie umgesetzt werden. In einer Welt, in der in Millisekunden Nachrichten um den Globus gejagt werden, scheint allerdings Schnelligkeit vor Präzision zu gehen. Die Welt der sozialen Medien hat uns hier eine teuflische Plattform eröffnet und nicht alle können, ja wollen, damit seriös umgehen. Saubere Ergebnisse werden immer seltener in unserer getriebenen Welt. Dies trifft insbesondere auf Umweltthemen zu. Wir lassen uns aufs Glatteis führen, unreflektiert. Schweiger hat Recht, wenn er postuliert, dass womöglich Umweltangst uns blendet; und es nimmt zu.

Karl-Heinz Schmehr, Lampertheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2I6h3x3