Leserbrief

Schwindel beim Klimaschutz

Zum Artikel „Schnellstrecken lange gesperrt“ vom 5. Juni:

Aha, der sogenannte Bundesverkehrsminister will, dass die Bahn einen größeren Beitrag zur CO2–Reduzierung leistet, indem sie früher als geplant auf 100 Prozent Ökostrom umstellt. Er erwähnt dabei natürlich nicht (oder weiß er es nicht besser?), dass das Angebot an Ökostrom nicht durch solche Aufforderungen steigt.

Mit anderen Worten: Wenn die Bahn mehr Ökostrom verbraucht, bleibt für andere Stromkunden weniger Ökostrom. Der Anteil von Ökostrom am Strommix steigt dadurch, dass man den Bau entsprechender Stromerzeuger (Windkraftanlagen, Sonnenkollektoren) begünstigt und nicht, wie die Bundesregierung dies seit einiger Zeit tut, behindert.

Forderung erfüllt

Andreas Scheuer kann so einen Teil der an sein Ressort gestellten Forderungen zur CO2-Reduktion erfüllen, ohne irgendwas Substantielles zu leisten. Dass an anderer Stelle dadurch mehr CO2 anfällt, kann ihm egal sein, es betrifft ja nicht seinen Verantwortungsbereich. Man könnte das als Etikettenschwindel bezeichnen. Ich bin gespannt, ob die Bundesumweltministerin ihm auf den Leim geht. (Walter Dawidowski, Dossenheim)

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2X7pr8t

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