Leserbrief

Serif-Kommentar macht nachdenklich

Zum Kommentar „Der Irrsinn“ vom 16. Oktober:

Der Kommentar von Herrn Walter Serif hat mich sehr nachdenklich gemacht, wenn nicht sogar erschüttert. Er vertritt in seinem Kommentar die Meinung, dass ein Beherbergungsverbot ein „Unsinn“ sei. Dass ein Gericht hier nach rechtlichen Grundlagen und als judikative Gewalt, unabhängig ein Aufheben eines Beherbergungsverbots verkündet, ist nach geltendem Recht zu akzeptieren. Aber: In einer Zeit, wo die Fallzahlen der Infektionen so nach oben schnellen, so laut „MM“ vom 16. Oktober, unsere Nachbarländer bereits tiefgreifende Notverordnungen beschließen, getraut sich Herr Serif vom „Unsinn eines Beherbergungsverbots“ zu sprechen.

Bekannt ist, dass das Virus durch den Kontakt von Menschen weitergetragen wird. Deswegen sollte jeder unnötige Kontakt vermieden werden. Sicher ist auch, dass es Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die unser gesellschaftliches Gemeinwesen aufrecht erhalten: im Kindergarten, am Fließband, an der Supermarktkasse, in der Schule, in den Pflegediensten, im Krankenhaus. Wollen wir, dass auch diese Bereiche in einem drohendem, nicht mehr allzu weitem zweiten Lockdown betroffen werden?

Lobby der Beherbergungsbetriebe

Der Seitenhieb Ihres Kommentators gegen Herrn Ministerpräsidenten Kretschmann sei ihm verziehen (Bankrotterklärung der Landesregierung). Aber der Lobby der Beherbergungsbetriebe im Land, just zu der Ferienzeit, so offen deren Anliegen zu unterstützen, ist einem Kommentar im „MM“ nicht würdig. „Die Politiker, so Herr Serif, müssen aufpassen, dass sie mit ihren Corona-Regeln nicht das Vertrauen der Bürger verspielen“. Nein, Herr Serif, hier gilt es aufzupassen, dass der „MM“ nicht seine Seriosität verspielt. 

Peter Schubert, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/34cmGW2

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