Leserbrief

Leserbrief Zum Kommentar „Gezündelt und provoziert“ (FN, 14. September)

„Sie wollen verhassten Staat bekämpfen“

Bei den Besetzern des Hambacher Forstes handelt es sich keineswegs um „ökologisch interessierte Anwohner“. Es sind nahezu ausnahmslos Chaoten, Anarchisten beziehungsweise autonome Gewalttäter, die seit 2012 im Hambacher Forst ihr Unwesen treiben. Ihnen geht es weder um Natur-, Umwelt- oder Klimaschutz, sie wollen allein den verhassten Staat bekämpfen. Ihr Vorteil ist, dass sie sich von grüner Politik und grünen Abgeordneten unterstützt wissen, obwohl die Waldbesetzer mit Zwillen und Molotowcocktails gegen die Polizei vorgehen und ihren Abtransport dadurch vereiteln, indem sie sich mit Fäkalien einschmieren.

Es sind die gleichen Gewalttouristen, denen durch die Stürmung eines Großkraftwerks in Brandenburg vor zwei Jahren beinahe ein flächendeckender Black-out gelungen wäre, der katastrophale Auswirkungen hätte haben können und der Menschenleben hätte kosten können.

Andernorts werden ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt riesige Waldflächen in intakten zusammenhängenden Waldgebieten gerodet, nur um völlig nutzlose und hässliche, aber profitable Windräder zu bauen. Da kommt kein Aktivist, da werden friedliche Bürgerproteste von der Politik nicht einmal wahrgenommen, da geht es nicht um 200, sondern um viele tausend Hektar. Diese Wunden werden lange bleiben, der Hambacher Forst hingegen wird – wie in der Lausitz sichtbar –zu einer „eindrucksvollen Naturlandschaft“ (FN, 15. September).

Wenn der Staat vor diesen Gewalttätern einknicken sollte, dann brauchen wir uns nicht wundern, dass die Parteienlandschaft sich verändert. Das ist die Quittung für Staatsversagen.