Leserbrief

Skrupellos und opportunistisch

Zum Thema „Markus Söder und die CSU“:

Markus Söder ist seit März der neue starke Mann der CSU in Bayern als neuer Ministerpräsident. Die beiden Reporter und Journalisten Rizer und Deiniger beschreiben ihn ja als umtriebig, clever und schlau, der geschickt seine Fäden und Strippen gezogen hat, um in dieses Amt zu kommen.

Sicher ist er politisch sehr fleißig und politisch erfahren und sachkundig, dass er von daher dieses Amt verdient hat. Wer aber wie Markus Söder von Anfang an seine ganze berufliche Lebensplanung offenbar darauf ausrichtet, bayerischer Ministerpräsident zu werden, muss dann andere Konkurrenten aus dem Weg räumen und bis zu einem gewissen Grad skrupellos und opportunistisch agieren.

Wahl geschuldet

Mit diesem Politikverständnis in unseren Parteien haben sicher viele Bürger Probleme, weil der Verdacht nahe liegt, die eigene Karriere in der Partei hat Vorrang vor der Lösung der Probleme der Menschen im Land. Auch bei dem härteren Kurs, den die CSU in der Zuwanderungs- und Asylpolitik einschlägt, liegt auch der Verdacht nahe, dass dies in erster Linie der näherrückenden Landtagswahl in Bayern im Herbst 2018 geschuldet ist, wo die CSU starke Stimmeneinbußen zugunsten der AFD befürchten muss. Man reagiert auf politische Probleme also erst dann, wenn bei Wahlen Stimmeneinbußen und ein Verlust der politischen Macht droht. Das wirkt aber dann aus der Sicht der Wähler nicht überzeugend und glaubwürdig.