Leserbrief

Slalom-Fahren in der Stadt

Zum Bürgerbarometer „Sehr bescheidener Befund“ vom 20. März:

Es ist wirtschaftlich sinnvoller und kostengünstiger, regelmäßig in die Infrastruktur zu investieren, um einen guten Zustand zu erhalten. Wenn man dagegen Straßen über viele Jahre bis in die untersten Schichten kaputt gehen lässt, wird eine totale Grundsanierung erforderlich, die kostet dann richtig viel Geld.

Da aber so viel Geld im Budget der Stadt nicht eingeplant ist, sind allerhöchstens 2,5 Straßen pro Jahr für eine Generalsanierung vorgesehen; das heißt, es wird nur wenig saniert, die Risiken für die Fahrradfahrer nimmt man in Kauf. Wenn – wie man beobachten kann – mit einem Eimer Teer und einer Schaufel tiefe Schlaglöcher nur unfachmännisch zugeschmiert werden, kann man auch nicht von Reparatur sprechen, denn nach wenigen Monaten ist der alte Zustand wieder da.

Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass eine Straßenbaufirma für solche Pfuscharbeiten ihren guten Ruf aufs Spiel setzen würde. Im Übrigen sollte die Einstufung des Schadenszustands der Straßen von einer neutralen Stelle vorgenommen werden. Wenn der Kostenträger selbst darüber entscheidet, ist nicht auszuschließen, dass die Einstufung niedriger ausfällt, um die Sanierung noch aufschieben zu können.

Wer mehr umweltfreundlichen Fahrradverkehr und weniger Autos auf den Straßen will, muss sich auch um die regelmäßige Instandhaltung der vorhandenen Straßen und Fahrradwege kümmern. Millionenteure Großprojekte wie Radschnellwege oder Fahrradspur in der Bismarckstraße sind in Mannheim kein Problem, die kann man PR-wirksam in der Presse präsentieren. Für die Bürger ist aber der Zustand der täglich benutzten Straßen ein wichtiges Thema, wie das „MM“-Bürgerbarometer jetzt bestätigt hat. Hoffentlich lesen Herr Bürgermeister Quast und die Mitarbeiter des zuständigen Fachbereichs diesen Artikel.

Uff unsre Stroße is was los! Ihr liewe Leit, isch sag Eisch bloß! O Lympia, do werschde blass, denn hier in Mannem uff de Gass dut die Schlagloch-Säsong beginne, doch leider konnscht do nix gewinne.

Beim Slalom-Fahre in de Stadt, um Asphaltriss, do bischte platt, mutiert die Stroß zur Buckelpisst, was net gonz ugefehrlich is. Des Stroßebild vum Olde Fritz, kummt jo bald dorsch, des is kän Witz.

Die Stadt muss spare, mach kä Sache! Do konn isch nur de Vorschlag mache: Losst doch de Schotter Schotter sei, unn macht die Stroße nimmer nei. Gebbt jedem Birger halt ä Pferd, damit widder geritte werd.

De viele Dinger (Dünger) dut verkaafe, doch an die Bauersleit, die brave, unn vum Gewinn stellt nebebei, was fer die Oldeheime ei. Denn Mängel sinn – ich sag’s Eich bloß – nett nur in Mannem uff de Stroß.

Entgegen der im Artikel geäußerten Ansicht, dass es ja „gerade die kleinen Nebenstraßen sind, die häufig in einem schlechten Zustand sind“, betrifft der Wartungsmangel leider auch wichtige Hauptverkehrsstraßen. So ist zum Beispiel seit Jahren die Theodor-Heuss-Anlage zwischen Luisenpark und Dürerstraße in einem erbärmlichen Zustand. Hier sind die Schlaglöcher teilweise so tief, dass man problemlos Primeln darin anpflanzen könnte. Doch, anstatt die notwendigen Reparaturen durchzuführen, wurde die Geschwindigkeit wegen Strassenschäden auf 30 Stundenkilometer herabgesetzt.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2IU5x6Q