Leserbrief

Sorgfaltspflicht bei den Stadtparkplänen beachten

Zum Artikel „Abrisspläne bleiben bestehen“ vom 1. Dezember:

Vieles ist zum Thema Parksanierung von den Bürgerinnen und Bürgern im Jahre 2017 gesagt und geschrieben worden. Ob die Verantwortlichen davon Kenntnis genommen haben, ist zu bezweifeln, bleibt also ein Geheimnis. Es handelt sich um eine Herzensangelegenheit der Mannheimer. Dennoch scheint diese einfache Botschaft in der Kommunalpolitik kein Gehör zu finden.

Die Entrüstung ist groß, die Stadt kümmert das herzlich wenig. Wurden die Bürger von Mannheim gefragt, inwieweit sie diese Sichtweisen teilen? Wohl eher nicht. Ein jegliches Bauwerk bedarf der Hege und Pflege. Sofern die Verantwortlichen nunmehr feststellen, dass nur der Abriss infrage kommt, dann wurde die Sorgfaltspflicht nicht sehr ernst genommen. Regelmäßig wurde in den vergangenen Jahren über den Erhalt des Luisenparks geschrieben. Sichtbare Taten blieben aus. Parkbesucher haben die Bescheidenheit erlernt.

Die Liste der Abriss- und Gestaltungssünden in Mannheim ist lang. Gelernt hat man daraus offensichtlich gar nichts. Abriss kann nur Ultima Ratio sein. Bevor man sich Neuem zuwendet, sollten die Verantwortlichen sagen, wie sie über den Erhalt des Vorhandenen denken. Und bitte vorher etwas gedacht haben! Auch das ist eine Herausforderung. Bereits Albert Einstein konstatierte „...zwei Dinge scheinen mir unendlich, die menschliche Ignoranz und das Universum. Bei Letzterem bin ich mir aber nicht sicher.“

Keinen Modetrends folgen

Was als zeitgemäß gilt, unterlag schon immer dem Wandel. Das jedoch bedeutet nicht die Abwesenheit traditioneller Werte. Eine Weinstube muss keinen Modetrends folgen. Verfallszeiten von Trends sind oftmals zu kurz für die Nutzbarkeit. Es bedarf auch keiner grünen Partei, um uns Lebensart und Weinkultur nahezubringen beziehungsweise zu belehren, woran wir uns zu erfreuen haben.

Ob im Weine Wahrheit liegt, konnte bisher nicht schlüssig nachgewiesen werden. In der sogenannten „...modernen Parkkonzeption“ liegt sie mit Sicherheit nicht. Bereits zu Zeiten der Römer gab es eine weitreichende Weinkultur. Von Augusta Treverorum bis Colonia Agrippinensis trank man edle Weine aus kunstvollen Bechern und bewegte sich dabei in prachtvollen Räumlichkeiten. In einer Epoche also, in der man in der Gegend um Berlin nachweislich noch in dumpfen Hütten hauste und ein bierähnliches Gebräu aus Schweinsblasen schlürfte. Historische Quellen belegen, dass nur ein gestählter Körper diesen Sud schadlos überstand. Dass die neue Konzeption mit Vinothek und gehobener Gastronomie aufwartet, zeugt von tiefem Unverstand und rückt das Vorhaben in die Nähe der Satire.

Mannheim und Umgebung bieten wunderbare und vielfältige Möglichkeiten für derlei Genüsse. Ein Stadtpark gehört zweifelsfrei nicht zu einem angesagten Eldorado für Feinschmecker. Er ist vorrangig eine grüne Oase in zentraler Lage, mit reichlich Freiraum und liebgewonnenen Gebäuden und Einrichtungen. Gerade die gewachsene Vielfalt überzeugt und schafft wohltuende Nachhaltigkeit in einer Welt der raschen Veränderungen.

Parkanlagen sind Orte der Erholung für alle Bürger. Die Reaktionen der Mannheimer sind immerhin ein Zeichen, das hoffen lässt. Noch sind die Schatten sehr klein, geben aber Anlass zu Optimismus. (Wolfgang H. Rudolf, Mannheim)

Ich finde die neuesten Sanierungspläne für Luisen- und Herzogenriedpark ganz einfach blöd. Im Luisenpark – dieser soll ja am stärksten von irgendwelchen hippen Parkplanungs-Yuppies bearbeitet werden – kann der Kiosk am Schachspielplatz wegfallen! Ha, natürlich, weil sich dort das gemeine Volk mit Pommes und Würstchen versorgt. Und von den Schachjüngern ist eh nicht viel zu holen.

Es soll aber in unserer schönen Stadt auch Familien mit Kindern ohne eine reiche Oma oder einen reichen Opa geben. Das ist so, Herr Oberbürgermeister! Und es gibt auch noch Rollstuhl- oder Rollator-Fahrer, die diesen Kiosk sehr gerne nutzen. Zur Weinstube: Eine umfangreiche Sanierung ist angebracht. Was haben Sie und Ihre Mitstreiterin sich eigentlich mit der Aussage gedacht, diese Institution im Luisenpark abzureißen? Und durch irgendeinen seelenlosen Neubau ersetzen zu wollen? Mit Ihren Schicki-Micki-Ideen wird das mit Sicherheit eine Pleite. (Heinz-Jürgen Klitzke, Mannheim)

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2nW66qC