Leserbrief

SPD soll 600 Bäume pflanzen

Zum Artikel „SPD fordert Pflanztag am 3. Oktober“ vom 3. September:

Die Mannheimer SPD hat eine gute Idee: Sie möchte am 3. Oktober in der Innenstadt möglichst viele Bäume pflanzen (lassen)! Zur Erinnerung: Im Auftrag der städtischen Gesellschaft MWSP und der Unteren Naturschutzbehörde wurden vor zwei Jahren innerhalb weniger Wochen – am Gemeinderat vorbei – im Käfertaler Wald östlich von Sullivan drei Hektar Mischwald gerodet.

Als Rechtsgrundlage für diese Waldzerstörung („Waldumwandlung“) wird auf Anfrage die Landesbauordnung genannt, was sich in der Folge wegen Falschauslegung des betreffenden Paragrafen als nicht haltbar erweist. Worauf das Grünflächenamt schreibt, die Landesbauordnung „ist nicht ursächlicher Grund der Maßnahme“, die Rodung sei „eine Folge naturschutzfachlicher Beweggründe“.

Es gibt und gab also gar keine Rechtsgrundlage – außer möglichen Absprachen von Schreibtisch zu Schreibtisch – für das Fällen von 600 bis 1000 gesunden Bäumen aller Größen und Arten außerhalb von Sullivan? In einem Anhang an den viel diskutierten und noch weiter zu hinterfragenden Bebauungsplan Sullivan weist die Verwaltung genau diese gerodeten Flächen als Ausgleichsflächen für die Kiefernrodungen in der Offizierssiedlung aus!

Ich schlage der Mannheimer SPD vor, ihr geplantes Einheitsbuddeln auf der verwüsteten Fläche östlich des Kasernenzauns zu veranstalten und es „Ersatzpflanzen von mindestens 600 Bäumen am 3. Oktober“ zu nennen – und nicht nur zu nennen.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2jYoxJN