Leserbrief

Sprachrohrder Exekutive

Zum Thema „Rolle des ,Mannheimer Morgen’ in der Coronakrise“:

Vor einem halben Jahr noch hat der „Mannheimer Morgen“ in einer gelungenen und bemerkenswerten Reihe den Wert der freien und unabhängigen Presse in einer Demokratie herausgestellt. Die Presse, in ihrer Rolle als Vierte Gewalt, als das unabhängige Organ des politisch nicht in seiner Gänze in Parteien organisierten Volkes, begleitet kritisch alle Betätigungen und Maßnahmen der legislativen, exekutiven und judikativen Gewalten, übt dadurch eine gewisse Kontrolle aus und trägt mit dazu bei, Auswüchse zu benennen und zu verhindern, Missstände anzuprangern und Fehlentwicklungen zu korrigieren.

Lähmende Angst

Seit der Corona-Krise mit ihrer lähmenden und sich schleichend überall festsetzenden Angst hat sich das gewandelt. Der „Mannheimer Morgen“ ist zu einem Sprachrohr der Exekutive mutiert. Sie sollten sich fragen, ob Sie Ihrer, noch vor Jahresfrist in Ihren Reihen zur freien Presse selbstdefinierten Rolle als kritische Begleitung aller legislativen, exekutiven und judikativen Vorgänge, noch gerecht werden.

Rolf Menz, Wilhelmsfeld