Leserbrief

Zum Thema Kunsthalle

Stadt der Blinden

In seinem Roman "Stadt der Blinden" beschreibt der portugiesische Schriftsteller Jose Saramago die Situation in einer Stadt, deren Bewohner plötzlich durch eine Infektion erblinden. Es kommt zu dramatischen Entwicklungen innerhalb der Bevölkerung, die sich facettenreich in allen nur denkbaren Enthemmungen und Zerbrechlichkeiten bürgerlichen Miteinanders zeigen. Doch zum Schluss kommt doch Hilfe, Erlösung.

Als ich heute in Ihrer Zeitung die beiden Plakatträger Ulrike Lorenz und Michael Grötsch das neue Logo der Kunsthalle anpreisen sah, da verschlug es mir den Atem; denn ich sah (wer sehen kann, der betrachte) ein K-Logo auf dem Foto. Das schwache liegende z hatte sich teuflisch an das fette K geschmiegt und wurde zum Z mit verunglückter Verbindung zum K.

Die wortgewaltigen Lobpreisungen in Ihrem Artikel über dieses unglückliche Gebilde (Signet) erinnerten mich spontan an die "Stadt der Blinden", wobei es sich in diesem Fall nur um wenige "Blinde" handelt, die wegen plötzlicher Sehschwäche das K im Logo nicht erkennen konnten.

Noch ist Zeit für Hilfe und Erlösung, bevor die Kunsthalle in den nächsten "100 Jahren" mit diesem "Erscheinungsbild" werben will.