Leserbrief

Stadt enttäuscht doppelt

Zum Artikel „Das Ziel: Die wilde Stadt“ vom 22. Juni:

Es ist dem „Mannheimer Morgen“ hoch anzurechnen, regelmäßig Berichte und Anregungen zum Thema Insektensterben und Artenvielfalt zu veröffentlichen. Mit gutem Beispiel müsste eigentlich auch die Stadt Mannheim vorangehen. Leider ist das eher nicht der Fall: Wo sind Blühstreifen in der Stadt? Warum wird nicht wenigstens ein Teil der Fläche am Wasserturm naturnah bepflanzt? Hier böte sich zum Beispiel die Fläche vor dem Maritim an. Wo findet man städtische Gebäude mit Fassaden- oder Dachbegrünung? Wo sind naturnah bepflanzte Baumscheiben zu entdecken?

Eine ökologische Wüste

Findet man welche, dann werden diese mit Sicherheit nicht von der Stadt, sondern von Bürgern angelegt und betreut, so zum Beispiel am Quadrat F 4 durch den Bürgerverein Innenstadt West Mannheim (BIW). Wenn man bedenkt, dass das zuständige Dezernat V unter grüner Leitung steht, dann ist das Verhalten der Stadt doppelt enttäuschend.

In Mannheim ist jedenfalls nicht nur „noch Luft nach oben“ sondern Mannheim befindet sich noch ganz am Anfang des Prozesses der Umgestaltung zu einer wilden Stadt. Bis zur Buga sind nur noch vier Jahre Zeit. Wollen wir den Besuchern eine tolle Au sowie zwei schöne Parks zeigen, aber der Rest der Stadt bleibt grau und eine ökologische Wüste? Genau das wird der Fall sein, wenn nicht bald gegengesteuert wird.

Götz Lipphardt, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2LhSJLm