Leserbrief

Störende Bezeichnung Behinderten-Pfleger

Zum Artikel „Wegen rechter Gesinnung freigestellt“ vom 30. Juni:

Sicher war für mich die Berichterstattung über den unfassbaren Fall kein Fehler. Aber was mich als Mensch mit einer Behinderung im selbstständigen Wohnen und als Vereinsmitglied der Dürkheimer Lebenshilfe stört, ist die von Ihnen gewählte Bezeichnung „Behinderten-Pfleger“. Die Betreuer in den Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sind keine Behinderten-Pfleger, sondern sie fördern und begleiten uns als Menschen mit Behinderungen in allen Lebenslagen in den unterschiedlichsten Wohnformen und in den Werkstätten als pädagogische Fachkräfte.

Sicher sind auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf besonders auf Pflege angewiesen, unter anderem die Menschen in den Tagesförderstätten, aber meiner Meinung nach finde ich es nicht gut, dass eine Zeitung wie Ihre die pädagogischen Fachkräfte/Betreuer als „Behinderten-Pfleger“ bezeichnet. Ich begründe meine an Sie gerichtete Kritik folgendermaßen: Es gibt sicher viele Leserinnen und Leser, die nicht wissen, wie in der Lebenshilfe im pädagogischen Bereich gearbeitet, gelernt und gefördert wird. Ich fürchte, wenn die Zeitungsleser, die die Arbeit in unserer Einrichtung nicht kennen, über Behinderten-Pfleger lesen, glauben sie sicher, dass Menschen mit Behinderungen nur gepflegt werden.

Im Leben stehen

Wie ja das Wort Lebenshilfe besagt, wird der Mensch mit einer Behinderung in allen Lebenslagen gefördert und betreut, um nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten im Sinne einer inklusiven Gesellschaft mitten im Leben zu stehen. An dieser Stelle würde ich mir sehr wünschen, dass Sie sich mein Schreiben voll und ganz zu Herzen nehmen.

Peter Stabenow, Bad Dürkheim

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