Leserbrief

Stolz, dass die eigenen Enkelkinder streiken

Zum Artikel „Umstrittene Protestaktion“ vom 31. Januar:

Keiner würde über die Sorgen und Forderungen unserer Kinder reden und den Redakteuren der Zeitung wäre es keine Zeile wert, wenn die Friday-for-Future-Demo, bei der Schüler für die Zukunft des Klimas protestieren, zu schulfreier Zeit stattfinden würde. So aber haben die engagierten Schüler mit ihrem Schulstreik die Öffentlichkeit hergestellt, die ihr legitimes Anliegen so dringend braucht.

Den Schulleitern dürfen wir vertrauen, dass sie mit Augenmaß im Bewusstsein ihres pädagogischen Auftrags entscheiden. Unredlich wäre es dagegen, das leidige Thema des überbordenden Unterrichtsausfalls gegen den Schulstreik zu instrumentalisieren.

Aufrechter Gang

Auf meine streikenden Enkelkinder bin ich stolz. Wenn für sie die Missachtung der Schulpflicht spürbare Konsequenzen nach sich ziehen sollte, so müssen sie das eben aushalten: Für den „Aufrechten Gang“ wird man nicht gelobt! Nicht verdient haben die engagierten Schüler, dass sie von Gleichaltrigen diffamiert und als Faulenzer hingestellt werden. Aber auch diesen jugendlichen, früh angepassten Menschen muss man einen Lernprozess zugestehen.

Den Streikenden ist zu wünschen, dass sie die Kraft haben dranzubleiben und ihr Leben nach den eigenen Forderungen auszurichten, dass sie gehört und ernstgenommen werden und dass sie bald zu mehreren Tausenden durch unsere Straßen ziehen: Dann können sie die Demos auch getrost auf schulfreie Termine legen.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2T1ULEc