Leserbrief

SV Waldhof hat ein KKK-Problem

Zum Thema SV Waldhof:

Der SV Waldhof Mannheim gilt von jeher als Sorgenkind der Stadt Mannheim. Nach vielen Jahren in der Bedeutungslosigkeit der Amateurligen hat man 2019 endlich den Aufstieg in den Profifußball geschafft. Doch das Profigeschäft ist bei den Nord-Mannheimern bis heute nicht eingekehrt. Schuld daran ist das KKK-Problem. Komppsche-Kontinuitäts-Konflikt.

Der Schwabe spricht gerne davon, den Club professioneller aufstellen zu wollen. Die Wahrheit ist aber, dass er die Kontinuität vermissen lässt. Die im Dezember 2018 von Präsident Bernd Beetz angekündigte neue Homepage fehlt. Die potenten Sponsoren sind nicht ins Boot geholt worden, ein Brustsponsor fehlt. Das neue Trikot wurde noch nicht präsentiert. Dauerkarten werden nicht verkauft. Der Kader ist im Sommer auseinandergebrochen, mit dem sympathischen Bernhard Trares hat der Club sein Gesicht verloren.

Geld löst nicht alle Probleme

Lediglich die kontinuierliche Aussortierung von jahrelangen Mitarbeitern ist gegeben. Es wird Zeit, dass die Gremien im Verein ihrer Verantwortung gerecht werden oder gemeinsam mit dem Geschäftsführer das Feld räumen. Die Fans sind Bernd Beetz für sein Geld und die Unterstützung dankbar, doch das Geld alleine löst nicht die Probleme.

Seit dem Weggang von Stephan Pfitzenmeier und Hanno Balitsch hat der Club keinen Netzwerker mehr. Beide haben für den Club offene Türen geschaffen und einen Aufschwung erwirkt, sicherlich auch nicht fehlerlos. Eine Rückkehr des ehemaligen Kapitäns wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Balitsch ist aber zu intelligent, um unter Markus Kompp zu arbeiten oder vielleicht sogar zu professionell.

Die Waldhof-Familie ist geprägt durch Gesichter wie den Ex-Betreuer Chino, der viel Freizeit geopfert und die Working-class-Mentalität gelebt hat. Eine Familie, die oft propagiert, aber nie gelebt wird durch die Vereinsführung. Jochen Kientz sprach vor kurzem vom blau-weißen Herz. Mit Martin Willig und Martin Schmidt haben die Fans zwei Persönlichkeiten in ihren Reihen, die dem Club ein Stück Kontinuität und vor allem ein Gesicht verpassen könnten. Der SVW steht vor einer ungewissen Saison, lediglich eine Sache bleibt – das KKK-Problem.

Gerd Steiner, Mannheim