Leserbrief

Systemrelevant für die Verkehrswende

Zum Artikel „Erneut hohe Verunsicherung“ vom 18. Februar:

Es ist grotesk: Da will die Deutsche Bahn bis 2030 ihren Personen- und Güterverkehr verdoppeln, und viele Regionen wollen ihren schienengebundenen Nahverkehr kräftig ausbauen. Die in Deutschland betroffenen Hersteller (Alstom, Bombardier und Siemens) müssen dafür eigentlich ihre Kapazitäten verdoppeln, denn sie bringen ja noch nicht einmal die vor Jahren bestellten ICE4s und Doppelstock-ICs termin- und qualitätsgerecht auf die Schiene.

Sorgen um Arbeitsplätze

Trotzdem müssen sich die Kollegen bei Bombardier und Alstom Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Bloß, weil Alstom den Schienenverkehrsbereich von Bombardier übernehmen und bei dieser Gelegenheit sogenannte Doppelspurigkeiten beseitigen will. Und weil der deutsche Wirtschaftsminister Altmaier – im Gegensatz zu seinen französischen Kollegen – zögert, den Erhalt der Arbeitsplätze als Voraussetzung für die geplante Fusion zu verlangen. Ein Desaster wie bei GE darf sich nicht wiederholen.

Eigentlich müsste der deutsche Staat noch drastischere Maßnahmen ergreifen: Die deutsche Schienenfahrzeugindustrie müsste als systemrelevant für die Verkehrswende (von der Straße auf die Schiene) unter einer staatlichen Holding zusammengefasst und ausgebaut werden. So könnten die drei Hersteller ihre Stärken bündeln, die große Nachfrage bedienen und sogar diejenigen Beschäftigten aufnehmen, die in der Automobilindustrie im Zuge der Verkehrswende „unter die Räder“ kommen.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2PIoJJU