Leserbrief

Tierschützer kämpfen mit Windmühlen

Zum Artikel „Verordnung über Katzen“ vom 12. Dezember:

Da ich schon seit 2011 ehrenamtlich im Tierheim Mannheim tätig bin und außerdem seit 2009 an der Müllverbrennungsanlage auf der Friesenheimer Insel eingesetzt bin, ist mir das Problem mit der unkontrollierten Vermehrung der Streunerkatzen bestens bekannt. Alleine auf der Friesenheimer Insel gibt es zig Katzen, welche auf Betriebsgeländen, zwischen Müll, Schrott oder der Produktion leben.

Ständige Gefahr

Aus vielen Erfahrungen weiß ich, dass das kein schönes Leben für die Tiere ist. Ständig lauert die Gefahr zerquetscht, eingesperrt oder überfahren zu werden. Außerdem suchen viele dieser armen Seelen Kontakt zu Menschen und sehnen sich nach Wärme und Geborgenheit. Es ist traurig mitanzusehen, wie diese Katzen leben, das ist nicht artgerecht.

Bei so vielen Katzen, die zur Vermittlung stehen, wird man dem ganzen kaum noch Herr. Alle Auffangstationen, Pflegestellen und das Tierheim sind eigentlich ständig voll. Zudem habe ich schon viele Diskussionen online und live gehabt, bei denen immer wieder deutlich wurde, dass gewissen Bürgern das einfach egal ist und diese Leute ihre Tiere unkastriert herumstreunen und sich somit vermehren lassen. Hinzu kommen noch viele Tiere, die einfach zurückgelassen werden, wenn die Besitzer wegziehen.

Hoffnung auf Gehör

Abschließend gilt es zu sagen, dass wir Tierschützer, ob ehrenamtlich, privat oder beruflich, seit Jahren gegen Windmühlen kämpfen und bisher leider nichts vorangegangen ist. Deshalb hoffe ich sehr, dass dieses Thema endlich Gehör findet und eine nützliche Verordnung erlassen wird. Es ist wirklich wichtig in Mannheim, sowie in anderen Städten auch. Melanie Morlock, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/37q5Im5