Leserbrief

Träges Handeln der Kommunalverwaltungen

Zum Artikel „Hochstraße Süd vier Wochen dicht“ vom 24. August:

Aufgrund von Entstehungszeit, verwendeten Materialien und Bautechnik war seit Jahren bekannt, dass das Hochstraßenkonstrukt hochkritisch ist. Eine vorsorgliche Sanierung, die übrigens jeder vernünftige Käufer eines in die Jahre gekommenen Hauses vornimmt, blieb aus.

Rückbau nicht finanzierbar

Das gilt selbstverständlich nicht nur für die Hochstraße Süd, sondern auch für Nord. Statt dort ebenfalls eine rechtzeitige Sanierung zu beschließen, wurde der – nach aktuellem Stand eh nicht mehr finanzierbare – Rückbau favorisiert. Fehlende Weitsicht, fehlender Pragmatismus, ausufernde Diskussionen statt umsetzbaren Konzepten haben nun zum Supergau geführt.

Erstaunt bin ich auch über das angebliche Argument, das vor acht Jahren zu einem Nein gegen eine dritte Rheinbrücke (oder einer Fluss-Untertunnelung) geführt haben soll: Rückläufige Einwohnerzahlen in Ludwigshafen und Mannheim, obwohl damals bereits in beiden Städten große Neubaugebiete angedacht beziehungsweise ausgewiesen waren. Eine solche Brücke ließe sich übrigens schnell bauen. Einfach mal bei Herrn Putin nachfragen. Dessen Brücke zur Krim (keine politische, sondern nur eine bautechnische Bewertung meinerseits!), immerhin 19 Kilometer lang, war innerhalb von zwei Jahren für den Eisenbahnverkehr fertig, demnächst auch für den Autoverkehr. Nach jeder Wahl sind Demokraten landauf, landab über den Höhenflug der AfD entsetzt.

Wann begreift unsere Polit-Riege endlich, dass dies keineswegs nur der stockenden Bundespolitik, sondern eben auch dem trägen Handeln der Kommunalverwaltungen, das immer mehr Unzufriedenheit schafft, geschuldet ist?

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2lthAkz