Leserbrief

Traurig, wie Bäume vertrocknen

Zum Artikel „Säcke als letzte Rettung“ vom 28. August:

Mit großem Interesse las ich den Bericht im „MM“ zu den Problemen der Jungbäume auf dem Alten Messplatz. Ähnliche Probleme beobachte ich schon seit Jahren in den Quadraten, zum Beispiel auf den Kapuzinerplanken. Dort wurden etwa 2010 zwei große Platanen durch einen Brand auf dem Weihnachtsmarkt geschädigt und mussten ersetzt werden. Der eine der beiden Jungbäume war von Anfang an ein „Kümmerling“ und und wurde einige Jahre später nochmals durch einen neuen Jungbaum ersetzt.

Auch dieser hat Probleme und verlor in den letzten Jahren bei den heißen Sommern mitten in der Wachstumsperiode die Blätter. Ich wies immer wieder in Mails das Grünflächenamt darauf hin, dass nach meinen Beobachtungen zu wenig gewässert wird. Dies wurde dann immer sofort nachgeholt, aber nicht nachhaltig. Das Ergebnis war, dass der jüngste der beiden Ersatzbäume im letzten Jahr im Juni/Juli alle Blätter abwarf.

Zu wenig Mittel für die Pflege

Meine ständigen „Mahnmails“ führte dazu, dass im letzten Sommer erstmals mit großem Erfolg ein Wassersack eingesetzt wurde. Leider war dies aber in diesem Jahr nicht mehr der Fall und nun steht der Baum praktisch wieder blattlos da, obwohl nach meiner üblichen Erinnerungs-Mail schon ab Mai rund drei bis vier Mal gewässert wurde. Mein Resümee aus diesen Ereignissen: Nach vielen Beschwerden der Quadratebewohner über die zahlreichen Baumverluste der vergangenen Jahre (meist wegen Baumaßnamen) bemüht sich nun das Grünflächenamt intensiv um Neupflanzungen. Aber neu gepflanzte Bäume brauchen bis zu 20 Jahre, bis sie einen Altbaum bezüglich der Klimawirkung ersetzen können.

Es stehen aber für Neupflanzungen und Nachpflanzungen offenbar zu wenige Mittel für die Pflege zur Verfügung. Der Wassersack war bei dem Jungbaum im vergangenen Jahr erfolgreich und somit besteht die Hoffnung, dass auch am Alten Messplatz noch etwas zu retten ist. Meine Erwartungen an die Stadt: Nachdem jahrzehntelang Stadtbäume von Stadt- und Grünplanern eher als Störfaktoren für Investoren gesehen wurden (typisches Beispiel: Blutbuche Lanzgarten), scheint unter dem Druck der Klimaveränderung ein langsames Umdenken einzutreten. Jedoch müssen diesem Umdenken noch Taten folgen und dies scheint mir bei den UNI-Plänen in B 6 und am Alten Eisstadion noch nicht der Fall zu sein.

Traurig beobachte ich, wie viele der Bäume, die in den vergangenen zwei Jahren zum Beispiel im Bürgerpark Feudenheim gepflanzt worden sind, vertrocknen oder schon ganz abgestorben sind. Die Bäume sind von Bürgern gestiftet und die Stadt Mannheim hat sich verpflichtet, sich um sie zu kümmern, bis sie sicher angewachsen sind. Früher hat das besser geklappt. Da hab ich im Sommer regelmäßig den kleinen Lkw mit Wassertank der Stadtgärtnerei gesehen, der die jungen Bäume bewässert.

In den vergangenen zwei Jahren ist der Gießwagen seltener präsent. Es ist doch sicher günstiger, die jungen Bäume regelmäßig zu wässern, als die abgestorbenen Bäumchen dann zu ersetzen? Von Wolffried Wenneis, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2lVXKPb