Leserbrief

Umlage fast ein Viertel

Zum Kommentar „Auf lange Sicht“ vom 16. Oktober:

Die Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)-Umlage wurde im Jahr 2000 von der rot-grünen Regierung unter der Federführung von Jürgen Trittin eingeführt. Er sprach damals von einer Kugel Eis, die das Ganze kosten wird. 2020 steigt die Umlage von 6,405 Cent pro Kilowattstunde auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde, das heißt um rund fünf Prozent. Der Anteil der EEG-Umlage beträgt damit fast ein Viertel des Strompreises.

Die Bundesregierung plant anscheinend, durch eine Quersubventionierung die Einnahmen aus der zukünftigen CO2-Steuer zu benutzen, um die EEG-Umlage zu senken, das heißt linke Tasche, rechte Tasche. Parallel dazu steigen auch die sogenannten Netzentgelte, die die Übertragungsnetzbetreiber erhalten. Im Nachbarland Frankreich kostet die Kilowattstunde halb so viel wie in Deutschland.

Der Kommentator, Alexander Jungert, empfiehlt nun, schnellstens den Ausbau der Windenergie zu verstärken. In Deutschland gibt es rund 50 Gigawatt Photovoltaikanlagen (PV) und über 50 Gigawatt Windenergieanlagen und das bei einer maximalen Last von 80 Gigawatt. Die regenerativen Energiequellen haben Einspeisevorrang. Wenn an einem sonnigen und windreichen Tag nur 40 Gigawatt Last anstehen, muss ein erheblicher Teil der PV- und Windkraftanlagen vom Netzbetreiber abgeschaltet werden. Für den potenziell erzeugbaren Strom werden die Anlagenbetreiber trotzdem bezahlt. Wie die EEG-Umlage bei Zubau von regenerativen Energiequellen sinken kann, kann wohl nur der Kommentator erklären.

Franz Grossmann, Mannheim

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2P1QvBH

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