Leserbrief

Umstrittene E-Tretroller

Zum Artikel „Städtetag unzufrieden“ vom 6. August:

„Wir brauchen klarere Spielregeln, die verbindlich sein müssen. Die Anbieter müssen ihre Kundschaft besser über die regelkonforme Nutzung aufklären. Und sie müssen sicherstellen, dass die Fahrzeuge nicht überall herumstehen und dabei zum Teil andere beeinträchtigen oder behindern.“ Der Deutsche Städtetag spricht Grundlegendes im Umgang der Menschen miteinander gelassen aus. Jedoch dürften Hersteller beziehungsweise Anbieter der Roller – kaum zehn Kilogramm schwer und nur ein paar Quadratzentimeter Flächenverbrauch – kaum der richtige Ansprechpartner sein, geht es um die gegenwärtige Situation auf öffentlichen Flächen wie Geh- und Radwege. Vielmehr muss diese Aufforderung dringendst an Autohersteller und -anbieter gehen. Autos sind es, die überall herumstehen und dabei andere zum Teil erheblich beeinträchtigen oder behindern, nicht Roller.

Meines Erachtens steht die Einführung des Elektro-Rollers vor allem für ein neues Geschäftsfeld zum Geld scheffeln und hat mit Mobilität und Umwelt sehr wenig zu tun. An vorderster Stelle will der Fahrer Spaß mit seinem Gerät haben. Aber gleichzeitig sollte er auch über die private Haftpflichtversicherung nachdenken, um für alle Eventualitäten frühzeitig gewappnet zu sein. In den frühen 1950-Jahren sind wir damals auch Roller – wenn auch nur Tretroller – gefahren. Es kommt eben alles wieder und wird dann entsprechend der heutigen Zeit angepasst. Nur frage ich mich, was unter dem Deckmäntelchen „Umwelt“ noch alles kommerziell vermarktet wird. Wie sieht es denn einmal mit der Entsorgung der Batterien aus? Was hat man da für Vorstellungen? Ist das so einfach? Aber auf ein bisschen mehr Schrott kommt es dann ja auch nicht mehr an! Wenn nur die „Kohle“ stimmt. Für mich fällt die ganze Geschichte sowieso unter den Begriff „Bespaßung.“ Aber: Wem’s gefällt! Wir wollen immer mehr für die Umwelt tun, aber das Gegenteil ist der Fall.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2YN8mS6