Leserbrief

Zum Thema Bundesgartenschau / Artikel vom 13. August

Und die Kommunalaufsicht?

Wie nunmehr im MM zu lesen ist, werden angeblich lediglich 30 Gärten entlang des Riedbahndamms "angeschnitten". Die andere Alternative - Dudenstraße -, die noch Planungsoffenheit darstellen soll, dient doch wohl eher der Ablenkung. Zu diesen Eingriffen würde man jetzt doch gerne einmal einen konkreten maßstabsgenauen Straßenplan sehen. Jetzt sage bloß keiner, das habe man noch nicht zu Papier gebracht! Dann würde sich zeigen, dass schon wieder "schönkommuniziert" wird. Ich wundere mich schon lange über die Kleingärtner, die sich erst so spät und immer noch so zurückhalten äußern. Wenn diese sich eine erholsame Freizeit in einem durch eine sehr befahrene "eingeschnittene" angrenzende Straße an ihrem Grün vorstellen können - mir will das nicht gelingen.

Abgesehen von diesen eher kleinbürgerlichen Bedenken - wo bleibt denn eigentlich die Kommunalaufsicht in diesem Millionenspiel? Wäre es nicht ihre Pflicht, einer Stadtverwaltung, die offensichtlich ihre Verpflichtung dem Wohle aller Bürger zu dienen und sich verantwortungsvoll vor allem ihren Pflichtaufgaben zu stellen, in den Arm zu fallen? Schließlich übersteigt die Verschuldung der Stadt sämtliche bisherigen Mutmaßungen um nahezu das Doppelte. Und dabei wären selbst die Eigenbetriebe einmal einer kritischen Prüfung zu unterziehen, da z.B. die MVV als Eigen- und Versorgungsbetrieb in Sachen Strom eher überteuert als günstig ist. Einer Stadt jedenfalls, die mit einer derartigen Verschuldung in Milliardenhöhe "glänzt", sollte schlichtweg jede Ausgabe, die nicht erforderlich oder zweckdienlich, sondern nur spekulativ und renommee-süchtig ist, untersagt werden. Die möglichen Einnahmen aus der Buga werden binnen kürzester Zeit durch die dauernden Nachbelastungen "verrechnet" sein. Man kann nur hoffen, dass die Stadträte nicht länger Parteivorgaben folgen, sondern ihrer persönlichen Verantwortung gerecht werden. Es ist besser, sich spät von einem Wunschtraum zu verabschieden, als jahrzehntelang von einem Alptraum verfolgt zu werden.