Leserbrief

Unermüdlich gegen Rassismus aufstehen

Zum Artikel „Acht Minuten und 46 Sekunden herrscht absolute Stille“ vom 8. Juni:

„Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.“ Dieses Zitat, welches ich auf einer Kundgebung gegen Rassismus im Mannheimer Schlosshof von einer Sprecherin gehört habe, hat mich sehr bewegt und beschäftigt. Steckt doch so viel Wahrheit in diesem Satz. Ja, Demokratie bekommt man nicht geschenkt. Es gilt sie daher, wach zu halten. Gerade jetzt, in einer Zeit, in dem die Ewiggestrigen, Rechtspopulisten und Extreme versuchen, das Fundament unserer Demokratie, unsere Freiheitsrechte und Werte, als Vorwand für ihre Ziele zu nutzen, um sie zu untergraben, auszuhebeln und zu zersetzen. Diese Art von Demokratieverständnis darf in keinem Fall hingenommen werden.

Ein Hoch auf unsere Jugend

Aber es bewegt sich etwas in unserem Land. Und das lässt mich hoffen. Es scheint, als erwache unsere Gesellschaft – zumindest ein Teil davon – aus dem Dornröschenschlaf. Sie will nicht länger zusehen, wie unsere Werte im wahrsten Wortsinne mit den Füßen getreten wird. Deshalb ein Hoch auf unsere Jugend. Eine Jugend, die erkannt hat, dass es nicht nur um ihre, sondern um unser aller Zukunft geht. Die es versteht, sich mit demokratischen Mitteln gegen Unrecht und Fehlentwicklungen einzusetzen, aufzustehen, sich zeigt, um etwas zu verändern.

Das beste Beispiel dafür sind die Bewegungen „Black Lives Matter“ und „Fridays for Future“. Die Menschen/Organisationen haben erkannt, dass die oben genannten Aktionen und unsere Demokratie nicht einfach nur trendy sein dürfen, sondern dass es gilt, sich unermüdlich gegen jede Art von aufkeimenden Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass, Umweltzerstörung und, und, und … entgegenzustellen und sich für unsere Grundwerte, unsere Staatsform der Freiheit, Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit, mit allen demokratischen zur Verfügung stehenden Mitteln einzusetzen. Diesen jungen Menschen gilt mein größter Respekt und Anerkennung. Lassen wir sie nicht allein. 

Thomas Proft, Schwetzingen

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3dOrQt3