Leserbrief

Ungeheuerlicher Einfluss des DFB

Zum Thema Fußball-Bundesliga:

Es ist schon ungeheuerlich, wie ein Sportverband wie der DFB und die DFL Einfluss auf Behörden, Ämter und Politik nehmen, und vorschreiben möchten, wie diese ihre Entscheidungen fällen sollen, sogar Druck wird ausgeübt, um den Spielbetrieb in der Dritten Liga durchzuziehen. Auch die Mehrheit (?), neun von 20 Vereinen (!), sieht das so in der Liga. Angeführt von fünf bayrischen Vereinen, möchten sie weiterspielen, um sportlich fair die Runde zu beenden.

Ja, ja wer es glaubt. War es nicht immer der Bayrische Fußballverband, welcher sich einer sportlich fairen Regelung zum Aufstieg in die Dritte Liga verschloss? Nein, diese Befürworter einer Fortsetzung möchten auch nur an die „Fleischtöpfe“ der Zweiten Bundesliga, koste es, was es wolle. Zu verlieren haben sie ja nichts, entweder es bleibt bei Platz vier bis zehn oder es reicht.

Sportlich fair?

Andere als „Krisengewinnler“ hinzustellen, ist mehr als fadenscheinig. Da wird von Herrn Eilers, Gorenzel, Henke und Co. auf das Hygienekonzept der Ersten und Zweiten Liga, was funktioniert hat, hingewiesen, dieses in personeller und finanzieller Hinsicht können sich die Wenigsten aber in der Dritten Liga leisten. Zur Erspielung der 390 Millionen Euro Fernsehgelder wurde die Erste und Zweite Liga auch von DFL und DFB hofiert und gepampert, wo es nur ging und geht. Auch haben manche Vereine der Dritten Liga einen russischen Oligarchen oder Scheich an der Seite und/oder können 15 000 Geistertickets verkaufen, um sich finanziell besser zu stellen. Sportlich fair?

Nach fast drei Monaten Pause sollen die Vereine nun psychisch und physisch an die Vor-Corona-Zeit anknüpfen. Und das mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen, was das Training angeht. Auch sollen einige Mannschaften in fremden Stadien, in anderen Bundesländern antreten müssen.

Und der Knaller: elf Spiele in vier oder fünf Wochen! Ich möchte mal die Herrn Uli Hoeneß, Herrn Oliver Kahn oder Herrn Manuel Neuer hören, würde das den FCB betreffen. Wohl den Vereinen mit großem Kader und medizinischer Abteilung und keinem verletzten Stammspieler, der innerhalb von Tagen wieder fit sein muss. (von Ralf Glombik, Mannheim)