Leserbrief

Unglaubhafte Bürgerbeteiligung

Zum Artikel „Bürger können sich beteiligen“ vom 23. April:

Es klingt gut, wenn die Stadtverwaltung die Bürger bei der Planung von Biotopverbünden zur Beteiligung aufruft. Leider muss man stark daran zweifeln, dass den Vorschlägen der Bürgerschaft auch Taten folgen. In der Feudenheimer Au sollen wegen des geplanten Grünzuges Nordost in den nächsten Jahren 70 Kleingärten „verlagert“ werden.

Kleingärten erhalten

Eine große Population von Mauereidechsen müsste – möglicherweise an die Weinstraße – umgesiedelt werden, da in Mannheim keine geeigneten Flächen mehr vorhanden sind. Verträgt sich die Umsiedelung von geschützten Tierarten mit einem Biotopverbund? Auch bei der Bürgerbeteiligung muss man sehr skeptisch sein. Seit Monaten fordern die Kleingärtner, dass ihre Gärten erhalten bleiben sollen und der geplante Radschnellweg durch ihre Anlage und das Landschaftsschutzgebiet Feudenheimer Au eine andere Trassenführung bekommen soll.

Auch das Umweltforum plädiert dafür, dass bestehende Radwege ertüchtigt werden und die Kleingärten in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben sollen. Die Planer und die Bundesgartenschau-Gesellschaft ignorieren diese Wünsche. Das Umweltdezernat äußert sich dazu nicht öffentlich. Solange dem Aufruf zur Bürgerbeteiligung keine Taten durch die Verwaltung erfolgen, bleibt Bürgerbeteiligung in Mannheim unglaubhaft.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2HRwnyT