Leserbrief

Uni-Bauten in Mannheim: Bürger lehnen Versiegelung ab

Zum Artikel „Mehr als 1500 Unterschriften gegen Uni-Pläne“ vom 13. Oktober:

In Ihrem kürzlich veröffentlichten Artikel über die Petitionseinreichung der Initiative SOS Stadtbaum zum Erhalt des Friedrichsparks schrieben Sie, dass Herr Prof. Dr. Puhl abermals hervorhob, dass die für die Neubauten geplante Bebauungsfläche nur halb so groß wie die des Eisstadions sei.

Aber mal ganz ehrlich: Was bringt das, wenn sie sich nicht an gleicher Stelle befindet, sondern in Teilen entlang der Bismarckstraße?! Und Versiegelung bleibt Versiegelung, egal wie groß sie ist. Warum verstehen die Akteure nicht, dass eine Versiegelung von den Bürgern nicht gewünscht wird? Denn für die neue Bodenversiegelung werden unter anderem Bäume gefällt.

Altehrwürdige Bäume, die zu einer Zeit gepflanzt wurden, in der unsere (Ur-)Großeltern noch in den Windeln steckten, wenn überhaupt. Bäume, die durch die versprochenen neuen Bäume, die dann wohl in Teilen auf der ehemaligen Fläche des Eisstadions gepflanzt werden, niemals ersetzt werden können. Denn es werden Bäume sein, die bei weitem nicht an das Alter der bestehenden herankommen werden! Bäume, die nicht den gleichen Lebensraum für Tiere bieten können, den sie brauchen. Bäume, deren mächtige Kronen nicht für einen ordentlichen Luftaustausch sorgen können.

Nicht für Wohnungen

Zum großen Ärger kommt noch hinzu, dass Prof. Dr. Puhl mit folgender Aussage zitiert wird: „Wir sind sehr moderat mit unseren Plänen und wollen auch das Hafengelände miteinbeziehen. Etwa für Sport und Wohnen.“ Ich hoffe, ich muss allen interessierten Lesern nicht den Begriff „moderat“ erklären. Dieser Satz ist ein Widerspruch in sich. Ich kann nicht moderat sein, wenn ich den Friedrichspark für meine Zwecke einverleibe und, als sich dann herausstellt, dass das Hafengelände auch zur Verfügung steht, meine Hand aufmachen und sagen: Nehm ich auch.

Zumal die Fläche für Ersatzhörsäle und Forschungsräume angeboten wurde. Nicht für Wohnungen und erst recht nicht für Sport! Das ist nicht Teil eines Universitätscampus, wie ich ihn verstehe, und sollte auch nicht in so einer exponierten Lage realisiert werden! (von Peter Derks, Mannheim)

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